Wie man Wasserqualität zuhause Testen kann

Zumindest in Deutschland ist man ja vor wirklich lebensgefährlichen Trinkwasser-Verunreinigungen geschützt. Dass wir uns also eigentlich keine Sorgen um die Beschaffenheit des Leitungswassers machen müssen, führt aber auch dazu, dass „kleinere“ Unreinheiten im Trinkwasser oft unterschätzt werden.

Zum Beispiel in älteren Häusern kann es sein, dass noch Bleirohre als Wasserrohre verwendet werden und durch diese das Trinkwasser verschmutzt wird. Oder vielleicht merkt man einfach einen komischen Geschmack. Ist man sich jetzt also unsicher, ob das eigene Leitungswasser wirklich sauber genug ist, kann man die Wasserqualität ganz einfach zu Hause testen. Worauf man am besten testen sollte und welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, das Leitungswasser zu testen, erfahrt Ihr hier.

Was wird getestet?

Loeffel mit WasserMan kann natürlich einen Wassertest kaufen, der möglichst viele Stoffe abdeckt, aber nicht genau in Detail geht und einen allgemeinen Überblick über die Beschaffenheit des Leitungswassers gibt. Allerdings sind diese Tests dann auch nicht sehr detailreich. Deshalb macht es meistens mehr Sinn, sich vorher zu überlegen, welche Stoffe für einen Selber schädlich sind bzw. sein könnten und dann einen speziellen Test für diese Stoffe zu kaufen.

Besonders wenn Babys, Kleinkinder oder Kinder im Haushalt leben, sollte zum Beispiel auf hausinterne Schwermetalle wie Kupfer oder Blei, das von alten Rohren stammt, untersucht werden. Außerdem können große Mengen an Nitrat, Sulfat oder Natrium im Leitungswasser gefährlich werden für Schwangere, Babys und alte oder kranke Menschen. Oft getestet wird des Weiteren auch auf mikrobiologische Verunreinigungen, also E.Coli-Bakterien und Legionellen.

Arten von Tests:

Man kann aber nicht nur auf verschiedene Stoffe im Leitungswasser testen, sondern auch verschiedene Tests für verschiedene Arten von Wasser verwenden:

Der Selbsttest

Der Selbsttest ist vor allem für ganz normales Leitungswasser gedacht. Für diese Art der Wasseranalyse muss man sich zuerst ein solches Test-Kit kaufen, in der Regel gibt es um die 10 Tests in einer Packung für ca. 20€.

Diese Tests bestehen dann entweder aus Teststreifen, die ins das Leitungswasser gehalten werden oder aus Tropftests, bei denen das zu testende Wasser auf eine Testkarte geträufelt wird. Innerhalb eines kurzen Zeitraumes verfärbt sich dann der Teststreifen bzw. die Testkarte. Dann wird die Farbe mit der im Test-Kit enthaltenen Farbtabelle verglichen und zeigt so auf, welche schädlichen Stoffe das Trinkwasser verunreinigen.

Diese Variante ist besonders geeignet für eine schnelle, unkomplizierte, aber auch verhältnismäßig oberflächliche Überprüfung der Wasserqualität.

Die Wasseranalyse im Labor

Genauso für das eigene Trinkwasser, jedoch deutlich präziser und ausführlicher in ihren Ergebnissen als der Selbsttest ist die Wasseranalyse. Diese funktioniert so, dass eine Wasserprobe entnommen und in einen dafür vorgesehenen Behälter gefüllt wird.

Anschließend wird dieser Behälter per Post in ein Labor geschickt und dort auf seine chemische, mikrobiologische und elektronische Zusammensetzung untersucht. Das bedeutet, dass sowohl Bakterien, als auch Keime, Schwermetalle, Mineralstoffe wie Eisen oder Calcium und die Wasserhärte analysiert werden. (Was genau hängt von dem spefizischen Test ab – es gibt hier viele unterschiedliche Angebote mit denen man alles mögliche Testen lassen kann)

Anschließend wird das Ergebnis an den Haushalt, aus dem das Leitungswasser stammt, per Post (oder manchmal per Mail) zurück geschickt. Auch diese Art des Wassertests gibt es in einer weniger ausführlichen Form, jedoch auch für nur ganz bestimmte Stoffe, je nachdem, was mehr benötigt wird. Im Schnitt kostet eine solche Wasseranalyse durch den damit verbundenen Aufwand im Labor zwischen 60-80€.

Dafür ist das ganze wirklich professionell.

Der kostenlose Wassertest

Allerdings müssen Analysen des eigenen Trinkwassers auch nicht immer so teuer sein. Es gibt auch Unternehmen, wie zum Beispiel „Trinkwasserzentrum Deutschland“, die kostenlose Wasseranalysen durchführen. Statt mit Geld, werden diese Firmen mit Verbraucherinformationen und Informationen über das getestete Trinkwasser erhalten. So kann beispielsweise eine flächendeckende Karte über die verschiedenen Wasserqualitäten der Regionen erstellt werden.

Ein weiterer Vorteil dieser kostenlosen Wasseranalyse sind außerdem, dass das Unternehmen direkt nach Hause, ins Büro oder auch ins Krankenhaus kommt und vor Ort den Wassertest durchführt. Dadurch muss der Verbraucher nicht viel Zeit aufwenden und muss des Leitungswassers nicht ins Labor einschicken. So kann das Wasser auf dem Weg ins Labor auch nicht marode oder abgestanden werden. Das garantiert eine Echtzeitmessung und korrekte Ergebnisse.

Das Wasserqualität Testgerät

Zuletzt noch eine Möglichkeit, mit der man das eigene Wasser mehrmals selber testen kann: Das Wasserqualität Testgerät. Von diesem Gerät, das man ganz einfach von zu Hause aus bedienen kann, gibt es verschiedene Modelle zu kaufen. Meistens sind diese mit einer Sonde ausgestattet, die man einfach ins Wasser taucht und somit die Sauberkeit misst.

Diese Geräte sind einfach zu handhaben und liefern schnelle Ergebnisse, messen jedoch meist nur die Sauberkeit des Leitungswassers und nicht dessen Inhaltsstoffe. Solche Testgeräte sind also eher in Kombination mit Teststreifen oder Wasseranalysen, die ins Labor geschickt werden, zu empfehlen.

Die Trinkwasseranalyse für Brunnen und Teiche

Bei dieser Wasseranalyse können vor allem Brunnen und Teiche genauer untersucht werden. Denn hier leben oftmals Fische oder andere Wasserbewohner, die einen einwandfreien, sauberen Lebensraum zum Überleben brauchen. Mithilfe eines Probeentnahme-Sets kann man die Brunnenwasserqualität ganz einfach selber testen. Man  entnimmt das Wasser wie bei der Wasseranalyse mit einem mitgelieferten Behälter und schickt es in ein Labor. Dort wird es dann auch Bakterien, Keime und die Beschaffenheit des Wassers untersucht. Tests für Brunnen und Teiche gibt es zum Beispiel von Ivario oder auch ganz einfach im Internet zu bestellen.

Fazit zu Tests für die Wasserqualität Zuhause

Schlussendlich gibt es also durchaus verschiedene Möglichkeiten, wie man ganz einfach das Leitungswasser oder das Brunnen- oder Teichwasser auf seine Inhaltsstoffe überprüfen kann. Durch das große Angebot an verschiedenen Tests, kann man so nicht nur die allgemeine Zusammensetzung, als auch die Konzentration spezieller Stoffe bestimmen und so Gefahren für zum Beispiel Kinder oder alte Menschen beseitigen. Und falls man eine detaillierte Wasseranalyse möchte, aber nicht viel Geld zahlen möchte, der kann sein Wasser auch im Austausch mit Informationen über das eigene Trinkwasser testen lassen. Es gibt also keinen Grund, das Leitungswasser nicht testen zu lassen!

Und, je nach Situation, kann man dann mit guten Wasserfiltern erkannte Probleme oft schnell Abstellen.

Trinkflaschen voll eiskaltem Wasser