Wasser filtern beim Campen

Sauberes Trinkwasser ist überlebenswichtig. Zu Hause geht das Ganze ja ziemlich leicht, davon abgesehen, dass das Trinkwasser in Deutschland sowieso schon sehr sauber ist, brauch man nur noch den passenden Filter kaufen und schon ist das Problem gelöst. Auf Reisen gestaltet dich das jedoch schwieriger.

Alte Wasserpumpe mit EimerNicht nur ist unterwegs weniger Platz vorhanden (im Rucksack, oder auch im Auto), es gibt auch höhere Anforderungen an den Filter. Je nachdem, in welchem Land man campen geht, kann das Trinkwasser wenig bis sehr verschmutzt sein. Im Ausland lohnt es sich also immer, einen Wasserfilter dabei zu haben. Denn laut der WHO sind 80% aller Erkrankungen in Entwicklungsländern auf verschmutztes Trinkwasser zurück zu führen. Und es gibt doch wirklich schöneres, als auf dem Campingtrip krank im Bett zu liegen.

Zum Glück gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, auch beim Campen das Trinkwasser zu filtern. In diesem Artikel findet Ihr verschiedene Arten, wie man auch auf Reisen für sauberes Trinkwasser sorgen kann, wie zum Beispiel verschiedene Wasserfilter, Wasseraufbereitungstabletten, Filterflaschen, verschiedene Strohhalme oder auch den sogenannten „LifeStraw“.

Wie kann ich ganz einfach Wasser filtern?

Da gibt es ein paar Möglichkeiten. Zuerst einmal – wohl die einfachste Methode ist einfach selber Wasser mitzunehmen bzw. mitzubringen. Wenn man auf eine Wandertour geht, ist das ja kein Problem. Bei längeren Camping-Touren zum Beispiel ist das Ganze schwieriger. Dann kann man allerdings auch oft auf das am Campingplatz bereitgestellte Wasser zurückgreifen – sofern man auf einem öffentlichen Campingplatz ist und das Trinkwasser sauber ist. Darauf kann man sich nich immer verlassen! Auf jeden Fall sollte man darauf achten wiederverwendbare Trinkflaschen zu nutzen – über die extrem schlechte Umweltbilanz von Supermarkt-Wasser haben wir ja schon oft berichtet.

Die nächste Möglichkeit ist das Wasser abzukochen. Das dauer allerdings ziemlich lange und braucht außerdem sehr viel Energie, da man das Wasser bis auf 100°C aufkochen und es dann noch einige Zeit lang weiter kochen muss. Also auch nicht unbedingt optimal, wenn man mal mehr als nur einen Liter Wasser braucht.

Eine bessere Methode ist die UV-Bestrahlung von Wasser. Dafür gibt es kleine Geräte, die mit Batterien betrieben werden und dann Erreger entfernen können. Allerdings müssen vor der Anwendung die Schwebstoffe, die sich im Trinkwasser befinden und für die Trübung verantwortlich sind, entfernt werden. Diese Technik eignet sich allerdings eher für größere Wassermengen, also zum Beispiel für ein ganzes Haus und weniger für einen Camper. Aber vielleicht ist diese Methode in ein paar Jahren ja auch Gang und gebe. Und darüber Bescheid wissen ist ja nie verkehrt!

Es gibt allerdings auch noch einige andere Möglichkeiten um Trinkwasser zu filtern.

Die Wasseraufbereitungstabletten

Zuerst einmal gibt es noch eine Methode, mit der man sein Trinkwasser säubern kann, ohne einen Filter zu benutzen: Die sogenannten Wasseraufbereitungstabletten. Das sind, wie der Name schon sagt, Tabletten, die ins Wasser geworfen werden und die das dann mithilfe von Chemikalien von Bakterien befreien. Die Chemikalien verändern allerdings den Geschmack des Wassers. Deswegen eignen sich die Wasseraufbereitungstabletten auch eher als „Notnagel“, wenn man gerade keine andere Möglichkeit hat, das Trinkwasser zu filtern. Und da sie wenig Platz im Rucksack brauchen aber trotzdem effektiv sind, kann man sie leicht als Notlösung überall mit hinnehmen.

Man nach dem Auflösen der Tablette noch gute 30 Minuten warten, damit möglichst alle Bakterien abgetötet werden. Denn ganz zu 100% funktionieren die Tabletten leider nicht. Dafür sind sie aber auch nicht wirklich teuer. In der Apotheke kosten 100 Stück 20-30€. Eine bekannte Marke ist zum Beispiel „Micropure“.

Zuletzt noch eine Warnung: Wasseraufbereitungstabletten sollte man nicht verwenden, wenn man schwanger ist oder Lithium wegen einer Schilddrüsenerkrankung einnehmen muss.

Der Mikrofilter

  Auf jeden Fall kein Notnagel sind die „richtigen“ Wasserfilter. Hier gibt es zum Beispiel den Mikrofilter. „Mikro“ beschreibt hier die Porengröße: Die sind nämlich so klein, dass sie Bakterien und andere Verunreinigungen zurück halten können. Viren allerdings können mit dem Mikrofilter nicht gefiltert werden. Deswegen lohnt es sich, in einen Kombifilter mit Aktivkohle zu investieren. Die Aktivkohle funktioniert nämlich gut gegen Viren und macht den Mikrofilter so zu einer vielseitigen Waffe gegen Wasserverschmutzung. (Mehr darüber, was der Aktivkohlefilter noch so alles kann, findet Ihr hier)

Der Mikrofilter verbessert außerdem den Geschmack und den Geruch des Wassers, was bei chlorhaltigem oder einfach nur schmutzigem Wasser definitiv ein Vorteil ist. Am besten funktioniert der Mikrofilter bei kleineren Wassermengen. Gewicht und Preis des Mikrofilters sind unterschiedlich, ein „normales“ Modell mit einer Pumpe kostet zum Beispiel circa 100€. Und wie immer gilt bei Wasserfiltern natürlich: Unbedingt regelmäßig den Filter austauschen und das Gerät warten lassen!

Der Lifestraw

Als nächstes gibt es einen Filter für die, die wirklich nur sehr wenig Platz haben. Der sogenannte „Lifestraw“ ist, wie der Name schon sagt, ein kleiner blauer Strohhalm. Der ist leicht, handlich und hat außerdem schon alle notwendigen Filter inklusive. Der Filter selber besteht aus Aktivkohle und Harz, was dafür sorgt, dass das Trinkwasser von Bakterien und Mikroorganismen befreit wird. Der Lifestraw wird besonders in Regionen eingesetzt in denen es keinen oder nur wenig Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt.

Die Wasserflasche mit integriertem Trinkwasserfilter

Aber es braucht nicht unbedingt nur einen Strohhalm, auch ganze Flaschen mit integriertem Trinkwasserfilter können durchaus nützlich sein. Es gibt sie in vielen verschiedenen Modellen, eines davon ist zum Beispiel die „BRITA Fill & Go“-Wasserflasche. Die befreit mithilfe eines Aktivkohlefilters bis zu 600 ml auf einmal von Verunreinigungen und unangenehmen Gerüchen. Und da man diese Trinkwasserflasche mehrfach verwenden kann, ist sie definitiv billiger als andere Einweg-Wasserfilterflaschen.

Allerdings sollte man auch wissen, dass sich diese Trinkwasserflaschen mit eingebautem Filter eher für gechlortes Leitungswasser und nicht für zum Beispiel Flusswasser eignen. Wenn man davon nicht abhängig sein will, sollte man besser auf Wassertabletten oder LifeSaver-Flaschen (die im Folgenden noch genauer erklärt werden) zurückgreifen. Dafür gibt es aber dann auch wieder spezielle Wasserfilterflaschen, die einem den Gebrauch zum Beispiel beim Wandern mit einem besseren Griff erleichtern.

Die LifeSaver-Flasche

Jetzt zur gerade erwähnten LifeSaver-Flasche. Dem ein oder anderen mag diese Flasche schon bekannt sein, schließlich eignet die sich wirklich zum Campen irgendwo mitten im Nirgendwo. Mithilfe einer Kartusche werden Bakterien, Viren, Zysten, Parasiten und Pilze entfernt. Das Ganze funktioniert ohne Jod oder Chemikalien, der Geschmack des Trinkwassers wird also nicht beeinträchtigt.

Und auch wenn die Kartusche voll ist, bleibt das Trinkwasser trotzdem keimfrei: Die sogenannte „Failsafe“-Technologie sorgt nämlich dafür, dass sich der Filter schließt, wenn er voll ist und so keine Keime ins Wasser abgegeben werden können. Außerdem ist das Wasser, nachdem es mit der LifeSaver-Flasche gefiltert wurde, so sauber, dass damit sogar Wunden desinfiziert werden können.

Diese Flasche gibt es zum Beispiel mit einem Pumpmechanismus, mit dem sich man schnell Zugang zu sauberem Trinkwasser verschaffen kann. Und obwohl die LifeSaver-Flasche mit circa 140€ ziemlich teuer ist, schont man trotzdem die Umwelt, da man sie immer wieder verwenden kann. Damit kommt man am Ende vermutlich billiger davon, als wenn man nur auf Einweg-Flaschen setzt.

Der Sawyer-Wasserfilter

Zuletzt noch zu einer Art Kombination von Filterstrohhalm und Filterflasche: Der Sawyer-Wasserfilter. Sawyer ist eigentlich der Name einer Marke, die viele verschiedene Wasserfilter herstellt. Sie alle haben aber eins gemeinsam: Sie filtern alle Keime, Bakterien und Verunreinigungen und zwar egal, wie schmutzig das Wasser ist.

Es gibt auch sehr kleine Trinkwasserfilter, die man überall mit hinnehmen kann. Der kleinste Sawyer-Wasserfilter wiegt zum Beispiel nur 56 Gramm und ist ungefähr so groß wie eine Handfläche. Außerdem kann man beim Sawyer-Wasserfilter entscheiden, ob man nur den Strohhalm kaufen will und eine eigene Flasche verwenden möchte, oder ob man gleich den passenden Beutel mit dazu kauft. Sawyer Produkte sind meistens nicht ganz billig, aber in unseren Augen wirklich aufgrund der Qualität das Geld wert.

Die Osmoseanlage für Wohnwägen

Speziell für den Camping-Wagen gibt es noch eine Möglichkeit für sauberes Trinkwasser. Mit der sogenannten Hobby- oder Profi-Osmoseanlage, die man mit einem speziellen Adapter an den Wasserhahn anschließen kann, ist Zugang zu sauberem Wasser garantiert. Genauere Informationen zur Osmoseanlage und wie sie funktioniert findet Ihr hier . Mit 2,6-3,2 kg Gewicht ist die Osmoseanlage verhältnismäßig leicht und handlich, außerdem funktioniert sie ohne Strom, solange ein Wasserdruck von mindestens drei Bar herrscht. Als fest installiertes Gerät im Camper ist die Profi-Osmoseanlage also durchaus eine Überlegung wert.

Wie das Trinkwasser nicht gefiltert werden sollte

Trotz der ganzen Möglichkeiten, das Wasser auf Reisen zu filtern, gibt es auch einige Varianten, die nicht so zu empfehlen sind: So zum Beispiel die Verwendung von Sand, Erde oder sogar der Destllation mit der Sonne. Diese Arten von Wasserfiltern sind wirklich nicht zu empfehlen, da sie weder effektiv filtern, noch das Wasser danach sauberer ist als vorher.

Eine Möglichkeit, das Trinkwasser zu filtern ist auch die Beigabe von Jod. Hierfür reichen vier Tropfen pro Liter Wasser, allerdings schmeckt mit Jod versetztes Trinkwasser nicht besonders gut. Als Notlösung kann Jod aber trotzdem gut verwendet werden.

Ähnlich wie verhält es sich auch mit der Bleiche. Auf die sollte man nur zurückgreifen, wenn es wirklich keine andere Möglichkeit gibt. Und selbst dann sind maximal vier Topfen pro Liter Wasser empfehlenswert, da sonst eine Vergiftung eintreten kann. Außerdem muss man danach mindestens eine halbe Stunde warten, bis das Wasser von Bakterien und Viren gereinigt ist. Bleiche ist also wirklich nur mit Vorsicht zu genießen!

 

Schlussendlich sollte man einfach abwiegen, welches Modell zu welchem Preis am besten zu einem passt. Sicher ist aber, dass es auf jeden Fall genügend Auswahlmöglichkeiten gibt, damit jeder den perfekten Wasserfilter zum Campen oder auf Reisen findet.

Wassertropfen auf Blatt