Warum viel zu trinken für ältere Menschen so wichtig ist

Wasser ist für Menschen überlebenswichtig. Das ist eine alte Weisheit, die jedem von uns schon seit Jahrzehnten eingebläut wird. Aber trotzdem haben gerade ältere Menschen oft große Probleme damit auch nur annähernd genug zu trinken. Warum das so ein großes Problem ist, und was man dagegen unternehmen kann haben wir uns in diesem Artikel angeschaut.

Ein Glas kaltes WasserZuerst einmal der klassische Hinweis: Wenn Sie Beschwerden oder Bedenken bezüglich der Flüssigkeitszufuhr haben, dann reden sie mit einem Profi. Ein Artikel wie dieser kann eine Hilfestellung bei Alltagsproblemen sein, aber nicht den Rat von einem Arzt ersetzen – insbesondere wenn es schwere medizinische Probleme mit dem Wasserhaushalt gibt, oder sogar Medikamente (z.B. Wasserpillen für Flüssigkeit im Gewebe) dafür verwendet werden. Es gibt auch Situationen, in denen viel Flüssigkeit ein Problem sein kann (z.B. Nierenschwäche). In solchen Fällen sollte man immer zuerst professsionelle Hilfe vor ort suchen.

Jeder der regelmäßig Umgang mit alten Menschen hat, hat sicher schon bemerkt, wie mit zunehmendem Alter oft die Flüssigkeitszufuhr stark abnimmt. Zuerst zeigt sich das meist nur indem hin und wieder etwas weniger getrunken wird, aber früher oder später kommt bei vielen der Punkt an denen wirklich fast gar nichts mehr getrunken wird, wenn sie nicht explizit dazu angestachelt werden. Es ist wahrscheinlich, dass das zumindest teilweise ein „natürlicher“ Prozess ist. Der Körper eine Kleinkindes besteht noch zu mehr als 70% aus Wasser.

Im Laufe der Lebens nimmt dann der relative Wassergehalt aber immer weiter ab und wirklich alte Leute bestehen dann meist zu weniger als 50% aus Wasser. Dabei kann man wohl so viel trinken, wie man will – dieser langsame Veränderung ist unstoppbar.
Das bedeutet aber nicht, dass Wasser im alter weniger wichtig wird, sondern genau das Gegenteil. Durch den geringeren Wasseranteil haben alte Leute weniger Wasserreserven mit denen sie kurzzeitigen Wassermangel ausgleichen können. Es ist für sie also um so wichtiger viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Warum trinken gerade ältere Menschen zu wenig?

Aber warum trinken Menschen mit zunehmendem Alter eigentlich immer weniger? Kommt mit der Rente plötzlich ein Hass aus Wasser, so wie es bei der Tollwut der Fall ist?
Es gibt nicht einen großen Grund, sondern eher viele kleine, die sich aber aufsummieren und sich dann über viele Jahre hinweg zu echten Problemen entwickeln.

Keine Wahrnehmung

Zuerst einmal verliert man mit zunehmendem Alter einfach die Wahrnehmung für Deyhdration. Das ist ganz natürlich und passiert ja quasi mit allen Sinnen und Wahrnehmungen.

Zum Teil geschieht es auch, weil sich der Wasserhaushalt meist nur noch langsam ändert – Leute die älter als 80 sind gehen eher selten bei gleißendem Sonnenschein raus zum Fußballspielen und schwitzen dabei einen Liter pro Stunde. Solche plötzlichen, großen Änderungen signalisiert einem der Körper klar und deutlich durch ein starkes Durstgefühl.

Das Endergebnis ist aber in beiden Fällen klar: Man merkt mit zunehmendem Alter einfach nicht mehr, dass einem Wasser fehlt.

Wenig Geschmack

Eine Tasse Tee mt MinzeWenn man älter wird verliert man zusätzlich zur Durstwahrnehmung auch die Geschmackswahrnehmung. Geschmack ist aber extrem wichtig, da er uns dazu motiviert mehr zu essen und zu trinken. Für alter Leute ist diese Rückmeldung von „Hey, das Getränk ist lecker – du solltest mehr davon trinken“ sehr eingeschränkt.

Entsprechend werden oft nur noch Getränke die einen sehr starken Geschmack haben wirklich wahrgenommen. Und leider sind die allermeisten Getränke mit so starkem Geschmack extrem zuckerhaltig. Damit landet man in der fast schon paradoxen Situation, dass fast nur ungesunden Getränke zum Trinken anregen, und ältere Leute meist gleichzeitig dazu aufgefordert werden Zuckerhaltige Getränke wegen den vielen Kalorien zu vermeiden.

Die verringerte Geschmackswahrnehmung hat noch einen zweiten Nebeneffekt:

Ältere Menschen nehmen tendenziell viel Salz zu sich und essen viel trockene Nahrungsmittel. Der hohe Salzkonsum kommt daher, dass Salz ein Geschmacksverstärker ist – und ohne eine heftige Portion Salz schmeckt für viele alte Menschen das Essen einfach nach nichts mehr. Ähnlich sieht es bei eher trockenen Lebensmitteln aus. Diese sind meist geschmacksintensiver, als feuchte Lebensmittel. Zusätzlich sind sie meist praktischer (leicht, lange Haltbarkeit, einfach aufzubewahren) und damit wandern sie im laufe der Zeit einfach ganz natürlich immer mehr in den Speiseplan älterer Menschen.
All das verstärkt die Dehydrationsproblematik quasi permanent weiter.

Aufwand

Flüssigkeit zu beschaffen und zu trinken besteht eigentlich aus drei großen Abschnitten:
Zuerst einmal muss die Flüssigkeit ins Haus gebracht werden. Dann muss sie im Haus dorthin gebracht werden, wo die Person ist. Und schließlich muss die Person die Flüssigkeit auch noch zum Mund bringen und Trinken.
Getränke ins Haus zu bringen ist der einzige, zumindest teilweise, optionale Schritt, und entsprechend fällt er meist schon recht früh weg. (Oder kann zumindest nicht mehr selbstständig durchgeführt werden).

Ein 80 bis 90 Jähriger kann einfach keinen Kasten Wassern mehr schleppen. Im Supermarkt ginge das mit Hilfe ja vielleicht noch, aber dann Zuhause vom Auto(falls man noch fahren kann) ins Haus und dann meistens auch noch die ein oder andere Treppe hoch und runter ist einfach keine Option. Falls man Hilfe hat geht das, aber in der modernen Welt haben ja immer weniger alte Menschen jemanden direkt vor Ort den sie regelmäßig um Hilfe bitten können. Meistens fällt das Getränke kaufen dann nicht komplett Weg, sondern es wird einfach seltener gekauft – wenn gerade mal wer da ist zum helfen.

Aber selbst wenn all die Lieblingsgetränke im Haus sind heißt das noch lange nicht, dass auch einfach mal was geholt werden kann. Mal schnell aufstehen und sich was zu trinken holen ist kein Problem wenn man jung ist. Für ältere Leute wird das hingegen zunehmend schwer und schließlich oft fast unmöglich. Dann wird das leere Glas eben ignoriert bis der Leidensdruck wirklich extrem hoch wird. Und dann ist man meist schon im stark dehydrierten Bereich.

Im hohen Alter kann dann auch das Trinken selbst zum Problem werden. Wenn die Motorischen Fähigkeiten und die Kraft abnehmen wird meist zuerst das Einschänken des Glases immer schwieriger und entsprechend vermieden. Noch später wird dann das Trinken selbst zum Problem – wenn die Sicht und die Feinmotorik nachlassen wird es schwer das Glas zu greifen und den Mund zu treffen. Zusätzlich kann es schwer sein mehr als nur sehr kleine Schlücke auf einmal zu trinken und herunterzuschlucken. Das führt sehr schnell zu Frustration und früher oder später ärgert das viele so sehr, dass sie anfangen deutlich weniger zu trinken.

Wenn man also den Trinkvorgang aus der Sicht eines gesunden, jungen Menschen betrachtet dann ist er eigentlich ganz einfach: Wenn man Durst hat holt man sich was zu trinken und trinkt es.
Für ältere Menschen ist das aber ein zunehmend komplizierter Vorgang voller logistischer Probleme die sich wirklich stark aufsummieren.

Mangelndes Problembewusstsein

Man muss erst mal wissen, dass man ein Problem hat, bevor man versuchen kann etwas dagegen zu unternehmen. Oft merken die Menschen nicht, dass sie wenig trinken, und selbst wenn sie es merken sehen sie es nicht als ein ernsthaftes Problem an. Die Folgen davon wenn man zu wenig Trinkt sind meist eben nicht direkt erkennbar.

Wenn man sich mit dem Hammer auf den Finger haut und der dann Wehtut weiß man was passiert ist, und was die Ursache für den schmerzenden Finger ist. Wenn man aber chronisch zu wenig trinkt, dann sind die Effekte diffus und schwer zuzuordnen. Man weiß also einfach nicht, dass man ein Problem hat, und dass es einem Schadet

Außerdem werden die Effekte bald einfach als „normal“ Eingestuft. So wird dann chronische Dehydration bei alten Menschen schnell zum „Normalzustand“.

Vergessen / schwaches Gedächtnis

Dieser Punkt ist eigentlich selbsterklärend, aber sollte trotzdem genannt werden. Gerade wenn im Alter das Gedächtnis nachlässt wird Trinken oft einfach vergessen. Das gilt insbesondere wenn es keine klare Routine gibt, nach der man trinkt, sondern stattdessen nur trinkt wenn man Durst hat.

Absicht

Eine oft übersehene Ursache für Dehydration ist, dass sie absichtlich herbeigeführt werden kann. In hohem Alter wird es oft rein vom logistischen her schwierig aufs Klo zu gehen, und gleichzeitig muss man immer öfter aus Klo.

Bei Männern fängt es meist damit an, dass die Prostata mit zunehmendem Alter langsam größer wird, und das Volumen der Blase dadurch eingeschränkt wird. Dann geht es immer öfter aus Klo und irgendwann muss man dann 2-3 mal pro Nacht raus. Zusätzlich kommt dann bei den meisten (bei Frauen öfter und meist früher als bei Männern) im Alter oftmals die Inkontinenz dazu.

Leider gibt es bei diesem ganze Thema immer noch nur recht wenige medizinische Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Als Folge machen die Leute halt das einzige was ihnen bleibt: Sie trinken so wenig wie möglich, um die Einschränkungen und Probleme zu minimieren.

 

Gewohnheit

Nach einiger Zeit wird das wenig trinken einfach zur Gewohnheit. Und dann ist das hier so wie bei allem im Leben – wenn etwas erst einmal zur Gewohnheit geworden ist, dann richtet sich das nicht mehr von selbst. Wenn man erst mal an diesem Punkt angekommen ist muss man wirklich aktiv gegensteuern um eine Positive Veränderung zu erreichen.

Man kann die allerbesten Vorsätze haben, aber letztendlich gewinnt fast immer die Routine. Der Grund ist einfach, dass es eben automatisch passiert. Man macht etwas weil man es macht, und in diesem Fall macht man eben etwas nicht weil man es nicht macht.

Wir haben uns das Thema Gewohnheiten und Routine unten bei den Lösungsansätzen unten nochmal ganz groß angesehen. Die Gewohnheit kann nämlich zugleich ein riesiges Problem und der womöglich beste Weg zu mehr Flüssigkeitszufuhr sein.

 

 

Probleme durch zu wenig Trinken

Dehydration beeinflusst die Leistungsfähigkeit

Es gibt Mengen und Mengen von Studien die alle belegen, dass Flüssigkeitsmangel die Leistungsfähigkeit und die Denkfähigkeit beeinflusst. Die meisten dieser Studien beschäftigen sich entweder mit Sportlern, oder mit Kindern, aber es ist davon auszugehen dass sie sich genauso auf ältere Menschen übertragen lassen.
Bereits ein leichterer Flüssigkeitsmangel (ca. 2% des Körpergewichts) kann ein messbares Absinken der geistigen Leistungsfähigkeit mit sich bringen. Auch die Körperliche Leistungsfähigkeit wird natürlich eingeschränkt, und die Arbeitskapazität wird eingeschränkt.

Schwere Dehydration mit einem Flüssigkeitsverlust von ca. 3% der Körpergewichts führt bereits zu einem massiven Verlust von körperlicher Leistungsfähigkeit (20% und mehr). Für einen jungen Menschen ist das zwar unangenehm, aber er hat im Normalfall genügend Kraftreserven um im Alltag nicht übermäßig beeinflusst zu werden.
Bei vielen älteren Menschen ist das aber nicht so. Ein solcher Kraftverlust kann für sie massive Folgen für die Mobilität und das Alltagsleben haben.

Dehydration verstärkt viele Gesundheitsprobleme

Dehydration steht im Zusammenhang mit vielen Gesundheitsproblemen: Nierensteine, Harnsteine, Blutdruckprobleme, Harnwegsentzündungen und Störungen im Elektrolythaushalt sind nur ein paar der vielen Beispiele.

Noch Problematischer als die direkt mit dem Flüssigkeitsmangel zusammenhängenden Probleme ist, dass es indirekt fast alle Gesundheitsprobleme negativ beeinflussen kann. Dehydration (chronisch oder nicht) schwächt den Körper. Damit werden auch die Selbstheilungskräfte des Körpers geschwächt – Wunden heilen langsamer, man kann Infekte und andere Krankheiten nicht mehr so leicht wegstecken etc.

Das hat über einen längeren Zeitraum einfach einen kumulativen Effekt, der aus „kleinen Problemchen“ ein echtes Problem macht.

Der Wasserhaushalt beeinflusst die Verdauung

Verstopfung ist ohnehin schon für viele Menschen eine gelegentliche Herausforderung. Wenn man dann auch noch die Flüssigkeitszufuhr einschränkt, dann wird daraus schnell die Norm.

Der Wasserhaushalt im menschlichen Körper beeinflusst massiv die Verdauung. Er beeinflusst die Hungerwahrnehmung, die Geschwindigkeit der Verdauung, wie gut die Nährstoffe aufgenommen werden, wie schnell und gründlich Abfallprodukte aus dem Körper geschafft werden (sowohl Beiprodukte der Verdauung, als auch andere Abfallstoffe aus dem Körper) und noch viel, viel mehr in höchstem Maße.

Das allein sollte schon ein massiver Ansporn sein, um auf ausreichenden Wasserkonsum zu achten. Wenn man aber dann auch noch bedenkt, dass der Darm oft als der „Sitz des Imunsystems“ benannt wird, sollte wirklich jeder realisieren, dass gerade ältere Menschen hier ein besonderes Augenmerk darauf legen sollten.

Der Wasserhaushalt beeinflusst die Wirkung von Medikamenten

Dieser Punkt ist in vielerlei Hinsicht eine Folge der vorausgehenden. Flüssigkeitsmangel wirkt sich auf die Nieren, den Elektrolythaushalt und die Verweildauer von körpereigenen Abfallprodukten, und natürlich auch von Fremdstoffen aus.

Vermutlich hat jeder der das liest zuhause im Arzneischrank eine ganze Reihe von Produkten und Medikamenten auf deren Beipackzetteln einer oder mehrere dieser Punkte als „problematisch“ aufgelistet wird. Es ist also meistens kein direkter Zusammenhang der im Zusammenhang mit Medikamenten das Problem ist, sondern ein indirekter.

Dehydration kann also bestimmte Gesundheitsprobleme verursachen oder verstärken, die wiederrum im Zusammenhang mit vielen Medikamenten problematisch werden können.

 

 

Lösungsansätze damit ältere Menschen mehr Flüssigkeit zu sich nehmen

Bisher haben wir gesehen, wie es überhaupt dazu kommt, dass gerade ältere Menschen oft große Probleme damit haben ihren Wasserbedarf zu erfüllen, und welche Gefahren daraus entstehen können. Natürlich könnte man zu diesen beiden Punkten noch unendlich viel mehr schreiben, aber das sprengt den Rahmen eines Online-Artikels. Wenn man noch tiefer eintauchen möchte gibt es wissenschaftliche Arbeiten und ganze Bücher zu dem Thema.
Stattdessen wollen wir uns nun an dieser Stelle anschauen was man konkret unternehmen kann, um ältere Menschen dabei zu unterstützen ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Immer Wasser parat haben

Ein halb volles Glas WasserZuallererst muss gesichert sein, dass permanenter, und vor allem leichter Zugang zu Wasser oder anderen Flüssigkeiten vorhanden ist. Wenn nicht zu trinken da ist, kann man nichts trinken – klar. Eine gewisse Auswahl an Getränken (also z.B. eine Tasse Tee und ein Glas Wasser) können dabei zusätzlich helfen. Außerdem sollte an jedem Ort, an dem sich regelmäßig aufgehalten wird etwas zu trinken vorhanden sein – nicht nur an einem.
Man muss aber auch darauf achten, dass die Flüssigkeit tatsächlich getrunken werden kann. Eine große Flasche vom geliebten Mineralwasser ist nichts wert, wenn sie zu fest verschraubt ist, oder wenn die Feinmotorik oder Kraft fehlt um es einzuschenken.

Eine gute Option sind hier wiederverwendbare Trinkflaschen für Zuhause, wie wir sie in unseren Testberichten vorstellen, da sie meist leicht verwendbar sind und ihren Inhalt lange frisch halten. Falls viel Zeit an einem Ort verbracht wird, wäre auch eine große Karaffe oder eine Teekanne eine Option.
Falls die motorischen Fähigkeiten sehr eingeschränkt sind, ist auch eine Schnabeltasse eine Möglichkeit mehr Selbstständigkeit beim trinken zu ermöglichen.

In jedem Fall ist der erste Schritt um mehr trinken zu können erst mal permanent Zugang zu Getränken zu haben.

Flüssigkeit durch Nahrung

Die meisten Menschen nehmen ca. 1/3 ihrer Täglichen Flüssigkeitszufuhr durch die Nahrung auf. Dieser Anteil kann aber durch bewusste Ernährung deutlich gesteigert werden.
Tomaten, Gurken und Melonen sind nicht nur lecker, sondern exzellente Flüssigkeitslieferanten. Suppen (solange sie nicht zu salzig sind) können als Vorspeise oder als Hauptgericht eingesetzt werden, und es gibt sie in unendlich vielen Variationen. Aber auch Kleinigkeiten wie ein paar Stück Wassermelone statt den trockenen Keksen am Nachmittag können eine Differenz machen.

Hier hat man sehr viele potentielle Optionen. Das ist sehr hilfreiche, weil man sie leichter auf die persönliche Situation zuschneiden kann. Auch wenn jemand ein bestimmtes Nahrungsmittel nicht mag, so gibt es trotzdem mit Sicherheit viele andere, die ebenfalls zusätzliche Flüssigkeit liefern können.
Natürlich kann man von dieser Taktik keine gigantischen Wunder erwarten. Rein durch Nahrung einen Flüssigkeitsmangel komplett zu beseitigen wird fast unmöglich sein. Aber zugleich darf man den kumulativen Effekt solcher Maßnahmen nicht unterschätzen. Viele kleine Verbesserungen sind genau so gut wie eine große.

Geschmack der Getränke verbessern und verstärken

Wir haben oben schon darüber geredet, dass mit zunehmendem Alter der Geschmackssinn abnimmt. Zugleich sind die meisten Getränke mit starken Geschmack (Saft, alkoholfreies Bier, Soft-Drinks etc.) sehr Kalorienhaltig, was gerade für ältere Menschen oft keine gute Wahl ist. Der Metabolismus wird im Alter langsamer und dadurch wird es leichter Fett anzusetzen.

Was kann man nun machen? Es gibt zum Glück auch ein paar Getränke die sowohl Geschmacksintensiv, als auch Kalorienarm sind.

0-Kalorien Soft-Drinks

Ein Glas 0-Kalorien Soft Drink mit EisZuerst einmal haben wir die „0-Kalorien“ Versionen von Cola, Pepsi und anderen Soft-Drinks. In fast allen dieser Getränke wird der Zucker durch andere Süßungsmittel ersetzt um die Zuckerkalorien quasi auf Null zu bringen. Die Süßungsmittel können im Normalfall nicht durch den Menschlichen Körper verwertet werden und sind zusätzlich meist ohnehin nur in winziger Menge vorhanden, weil die meisten viel intensiver süß sind als normaler Zucker.

Damit sehen sie auf den ersten Block schon mal gut aus, aber sie haben auch negative Seiten. Zuerst einmal besteht das Problem, dass Soft-Drinks normalerweise viel Kohlensäure enthalten, und wenn sie länger rumstehen recht schnell Schal werden. Außerdem schmecken sie oft bei Raumtemperatur deutlich schlechter, als frisch aus dem Kühlschrank. Das zusammen bedeutet schon mal, dass sie nur begrenzt als „Alltagsgetränk“ dienen, dass man einfach den ganzen Tag auf dem Tisch stehen hat.

Aber auch die Süßungsmittel die sie enthalten sind nicht zu 100% unproblematisch. Aspartam steht z.B. im Verdacht krebserregend zu sein.

Außerdem es gibt es Anzeichen, dass auch der Konsum von „0-Kalorien“ Soft-Drinks zu Gewichtszunahme führt. Als Mechanismus wird hier vermutet, dass die Süßungsmittel den Hunger anregen.

Außerdem gibt es Anzeichen, dass die Süßstoffe, die vom menschlichen Körper ja nicht verwertet werden können, sehr wohl von den Bakterien im Darm verwertet werden, und auf diesem Umweg zu Vorstufen von Diabetes führen können.

Momentan ist die Forschung allerdings bei all diesen Gefahren noch relativ jung und unsicher – „0 Kalorien“ Soft-Drinks sind ja auch noch nicht seit ewigen Zeiten auf dem Markt, sondern wurden erst in den letzten Jahren so allgegenwärtig, wie sie es heute sind.

Kaffee

Dann haben wir den Kaffee (zumindest den schwarzen Kaffee, ohne Zucker und Milch) dieser ist auch quasi kalorienfrei und gleichzeitig Geschmacksintensiv. Aber er eignet sich auch nur begrenzt für die Hydration. Der Hauptgrund ist einfach, dass man keine wirklich große Mengen an Kaffee über den Tag trinken kann. Bei 2 Litern Kaffee würden jedem durch die Koffeeinmenge die Haare zu berge stehen, oder man könnte sogar Gesundheitsprobleme bekommen. Außerdem schmeckt den meisten nur frischer Kaffee – also müsste man ständig neuen brauen. Ein Tässchen hier und da ist kein Problem, aber als Hauptquelle für Flüssigkeit ist er leider ungeeignet.

Fruchtwasser

Momentan sehr im Trend sind „Fruchtwasser“, bzw. Infusierte Wasser allgemein. Die macht man indem man Fruchtstücke(oder andere Geschmacksgeber) in Wasser gibt und das ganze etwas ziehen lässt. Dadurch wandern Geschmack und auch einige Inhaltsstoffe aus den Früchten in das Wasser, ohne dass der ganze Fruchtzucker mitkommt. Ob das wirklich so toll ist, wie viele behaupten können wir nicht sagen. Solche Trends kommen und gehen, nur relativ wenige bleiben wirklich langfristig. Unser Tipp daher: Einfach mal ausprobieren – ein paar Stück Obst kosten nicht die Welt. Vielleicht stellt sich heraus, dass man ein totaler Fan davon ist, und vielleicht hat man nach dem ersten mal keine Lust mehr. Verlieren kann man dabei eigentlich garnicht. Wir haben uns in einem eigenen Artikel mit den sogenannten „Infuser Flaschen“ beschäftigt, die das Herstellen von solchem infusiertem Wasser deutlich vereinfachen. (Und ein paar Rezeptideen finden Sie in dem Artikel auch)

Tee

Eine Tasse Tee mt MinzeDer wirkliche König unter den Getränken für alte Menschen ist in unseren Augen der gute alte Tee. Und damit meinen wir nicht nur den „echten“ Tee, sondern Tees in allen Varianten – also auch Kräutertees, Blütentees, Roiboschtee, und was es noch alles gibt. Sie haben alle gemein, dass sie keine Kalorien, aber dafür reichlich Geschmack und noch dazu gesunde Micronährstoffe haben. Tees sind auf der ganzen Welt verbreitet und beliebt und es gibt so wahnsinnig viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen dass wirklich für jeden etwas dabei sein sollte.

Außerdem schmecken viele (wenn auch nicht alle) Tees auch wenn sie kühl werden noch gut, und man kann meistens gleich eine ganze Kanne kochen. Die kann dann langsam über den Tag aufgebraucht werden, anstatt viele kleine Portionen machen zu müssen. Wenn man den Tee länger warmhalten möchte können Isolierte Flaschen sehr hilfreich sein. Diese können ihren Inhalt über viele Stunden hinweg warm halten.

Es gibt also Möglichkeiten den Geschmack zu stärken und mehr Lust am Trinken zu erzeugen. Man muss hier meistens einige Zeit herumexperimentiere, aber früher oder später findet sich immer etwas.

Regelmäßige Erinnerungen

Selbst die besten Vorsätze helfen nichts, wenn man sie vergisst. Insbesondere zur Anfangszeit braucht es regelmäßig Erinnerungen daran mehr zu trinken. Trinken ist nun mal eigentlich etwas was man nur so nebenbei macht, ohne sich wirklich darauf zu konzentrieren. Entsprechend rutscht es halt meistens zwischen den Fugen durch wenn man mit etwas andrem beschäftigt ist. Beim Fernsehschauen sieht man viel Werbung aber keine persönlichen Erinnerungen nach dem Motto „Herbert, Zeit wieder ein Glas Wasser zu trinken“.

Die älteren Herrschaften müssen also wirklich regelmäßig darauf hingewiesen werden, dass es Zeit ist etwas zu trinken. Eines Tages kann das vielleicht durch System wie Google Echo, oder Siri passieren, aber momentan wird das bei den meisten entweder eine andere Person passieren.

Einen Wecker oder etwas ähnliches zu verwenden, ist schon denkbar, aber das kann schnell lästig werden. Insbesondere wenn der Wecker schwer zu bedienen ist. Falls es einen expliziten Betreuer gibt, könnte dieser sich einen Wecker stellen und dann die Person erinnern. Das wird eher angenommen, als ein unpersönliches Klingeln.

Ein Hilfsmittel, dass eigentlich aus dem Bodbuilding/Fitness Bereich kommt, ist eine große Wasserflasche auf dem Tisch zu haben, auf der man mit Klebeband oder Filzstift markiert hat, wie viel man bis wann Trinken muss und diese dann wohin zu stellen, wo man sie regelmäßig sieht. Wenn man dann die Flasche, oder die Uhr sieht kann man gleich auf einen Blick feststellen, ob man schon genug getrunken hat, oder noch etwas mehr braucht.

Routine

All die Ansätze die wir oben beschrieben haben können wirklich extrem viel helfen, aber ohne eine neue Routine sind sie wertlos. Das muss man wirklich so hart sagen. Die Routine ist König. Sie entscheidet über Erfolg und Misserfolg. Es gibt stapelweise Bücher über das Thema Gewohnheiten und Routinen. Die meisten „Self-Help“ Bücher setzten genau dort an, und versuchen neue Gewohnheiten zu verankern die das Leben verbessern sollen.

Was meinen wir nun mit Routine? Routine bedeutet all das was automatisch passiert, ohne dass bewusst daran gedacht wird. Das ganze Leben von uns Menschen ist durch Routinen vorgegeben. Nach dem aufstehen Morgens passiert bei den meisten erst mal für mindestens eine halbe Stunde das exakt gleiche das jeden Tag passiert. Man zieht sich an, geht aufs Klo, Wäscht sich das Gesicht, etc. etc. meistens immer in der gleichen Reihenfolge und auf die gleiche Art. Wenn man dabei irgend einen Schritt auslässt kann man dabei total aus der Bahn geworfen wird weil der „innere Autopilot“ nicht mehr funktioniert.

Insbesondere Kinder und ältere Menschen sind sehr stark auf Routinen und Gewohnheiten angewiesen, um einen klaren Takt im Tagesablauf zu halten. Kinder benötigen die Routine, weil bei ihnen einfach noch nicht das Wissen, bzw. die Fähigkeiten da sind um den Tag sinnvoll einzuteilen. Ältere Menschen haben meistens sehr lange Ketten von stark gefestigten Gewohnheiten, die über Jahrzehnte entstanden sind. Wenn diese an einer Stelle gestört werden bringt das alle weiteren Abläufe durcheinander. Oft fehlt dann ab einem gewissen Alter einfach die geistige Flexibilität um bewusst auf die Änderung zu reagieren.

Bei einem Thema wie Hydration, dass sich durch den ganzen Tag zieht muss man also neue Gewohnheiten erzeugen. Das geschieht durch die oben genannten Punkte teils von selbst, aber man muss trotzdem dahinter sein – insbesondere in der Anfangsphase. Es darf eben nicht nur manchmal etwas zu trinken auf dem Tisch stehen, sondern immer.

Das Problem ist, dass das verankern von den Gewohnheiten wirklich schwer ist. Insbesondere bei älteren Menschen benötigt es außerdem sehr viel Zeit (nicht die 21 Tage die oft im Internet herumgeistern, sondern oft Monate).

Wir empfehlen hier also sich tiefere mit dem Thema Gewohnheit zu beschäftigen. Es gibt, wie oben schon angesprochen, viele gute Bücher zu dem Thema. Außerdem kann man auch über Google viele Blogs und Ratgeber zum Thema “Gewohnheiten” finden.

 

Fazit

An der Länge von diesem Artikel können Sie schon erkennen, dass es sich hier um kein ganz einfaches Thema handelt. Um ihm wirklich genug zu tun reicht ein solcher Artikel nicht mal im Ansatz. Nehmen Sie diesen Artikel  also als das was er ist: Ein erster Einstigespunkt dafür, mit den Problemen die bei der Kombination von älteren Menschen mit Dehydration auftreten.

Wir haben und angeschaut, warum ältere Menschen oft Probleme mit ihrer Flüssigkeitsaufnahme haben, welche Folgen das für den Körper haben kann, und wir haben Ansätze aufgezeigt, mit denen man dagegen vorgehen kann.

Das wichtigste aber ist nicht den Mut zu verlieren und nicht aufzugeben. Der Kampf gegen Dehydration ist ein langfristiger. Es gibt keine Tricks mit denen man in 5 Minuten das ganze Leben umkrempeln kann um immer einen guten Wasserhaushalt zu haben. Allein schon diesen Artikel zu lesen dauert ja weit mehr als 5 Minuten.

Mit kleinen Änderungen und in kleinen Schritten die konsequent und langfristig durchgezogen werden erreicht man hier viel, viel mehr als mit großen, aber sporadischen, Aktionen.

Daher unser Empfehlung: Schauen sie sich die Lösungsansätze die oben stehen noch einmal an. Schauen sie welche davon für Sie in Frage kommen, und versuchen Sie einfach mal sie regelmäßig in das Alltagsleben zu integrieren. Vielleicht klappt es bei manchen, und bei anderen nicht. Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert.