Warum man besser aus Glasflaschen trinkt

Die klassische Glasflasche wird seit vielen Jahren von allen Seiten her unter Druck gesetzt. Zuerst kamen Edelstahlflaschen, die begannen ihnen Marktanteile ab zu jagen, und dann schließlich die große Offensive der Plastikflaschen. Heutzutage sind zwar nach wie vor viele Glasflaschen auf dem Markt, aber sie haben bei weitem nicht mehr die dominante Position, die sie früher einmal hatten. Dabei haben Glasflaschen wirklich besondere Vorteile, die sie von den anderen Materialien für Trinkflaschen absetzen.


Eine klassische Glasflasche mit Holz-HerzchenDaher haben wir hier unser Plädoyer für die Glasflasche zusammengeschrieben – und zwar aus Überzeugung.
Noch eine Anmerkung, bevor es losgeht: Wir beschäftigen uns hier mit Trinkflaschen für Zuhause die man immer wieder verwendet und selbst befüllt. Nicht mit Mineralwasserflaschen aus dem Supermarkt. Wir haben uns in einem eigenen Artikel damit beschäftigt, warum Wasser aus dem Supermarkt ein ziemlicher Wahnsinn ist.

Glas gibt keine Chemikalien ab

Wir haben alle im Radio oder in den Nachrichten davon gehört: Immer mehr Chemikalien landen in unserem Essen und unseren Getränken. Und das nur selten absichtlich: Viele Plastike geben bestimmte Chemikalien in die Umwelt bzw. eben alles womit sie in Kontakt sind ab. Das bekannteste Beispiel dafür ist wohl BPA (Bisphenol A) Eine Chemikalie die in extrem vielen Plastiken und auch Beschichtungen vorkommt. Während die Auswirkungen von BPA auf Menschen noch nicht wirklich klar sind, ist bekannt, dass es viele negative Wirkungen auf Tiere hat.
Es gibt sogar einen Bericht vom Umweltbundesamt zu BPA: „BISPHENOL A – Massenchemikalie mit unerwünschten Nebenwirkungen

BPA ist aber nur die bestbekannte Chemikalie die von Plastik abgegeben wird. Es gibt noch viele weitere Stoffe deren genaue Auswirkungen auf den Menschlichen Körper entweder kaum erforscht, oder noch gänzlich unbekannt sind. Ausserdem können auch einfach durch die extrem großindustrielle Massenproduktion Unreinheiten und anderweitige Kontaminierungen eingebracht werden.

Aber wie kann man sich vor diesen Plastik-Chemikalien schützen?

Man sollte nun meinen können, dass man mit Edelstahlflaschen auf der sicheren Seite ist, aber auch hier besteht durch Beschichtungen im Inneren die Gefahr, dass BPA und andere Plastik-Chemikalien in den Flascheninhalt gelangen. Bei aktuellen Modellen von den meisten Markenherstellern wurde aber bereits gehandelt, und es werden keine Beschichtungen mehr verwendet. Bei alten Edelstahlflaschen und auch bei aktuellen billigmodellen kann aber noch Plastik im inneren verwendet worden sein.

Wenn also wirklich auf der sicheren Seite sein will, dann ist Glas die mit Abstand beste Wahl. Glas benötigt keine Beschichtungen und ist chemisch extrem träge. Das bedeutet dass Glas mit Dingen mit denen es in Kontakt ist nicht reagiert. Und das macht es zu einem wunderbaren Material für Flaschen und Behälter. Es verändert seinen Inhalt nicht und ist damit wunderbar sicher.

Moderne Glasflaschen sind sehr robust

Wie in der Einleitung schon angesprochen reden wir in diesem Artikel von wiederverwendbaren Glasflaschen die man selbst befüllt. In diesem Bereich gibt es fast nur noch Modelle aus bruchsicherem Glas oder welche die durch Silikon geschützt sind. Das klassische Argument gegen Glasflaschen, dass diese doch eh zerbrechen, gilt also heutzutage, zumindest in unseren Augen, einfach nicht mehr. Sie halten selbst extremen Belastungen über viele, viele Jahre stand.

Glas ist leicht zu reinigen

Reinigungsmaterial für Flaschen und GläserGlasflaschen lassen sich super reinigen. Nicht nur weil Glas gegenüber verschiedensten Spülmitteln sehr robust ist, sondern auch weil man eben sieht, ob Glas sauber ist. Bei Edelstahlflaschen und auch bei den meisten Kunststofflaschen kann sich innen Unmengen Dreck ablagern, ohne dass man es überhaupt bemerkt.
Bei Glas hingegen erkennt man Dreck auf den ersten Blick. Und wenn man eine Flasche wirklich täglich verwendet, dann ist das ein echter Vorteil.

Glas hat keinen Einfluss auf den Geschmack

Manche Leser werden jetzt komisch schauen und fragen “Wie? Plastik und Edelstahl sollen den Geschmack ändern?” Es gibt manche Menschen die keinen Geschmacksunterschied feststellen können, aber für die meisten haben Plastik und Edelstahlflaschen einen eigenen “Geschmack” der beim Trinken aus ihnen mit dabei ist. Wie gesagt merken das manche Leute garnicht, und wieder andere stören sich nich sonderlich daran oder mögen es sogar. Wenn man aber diesen Beigeschmack vermeiden will, dann ist Glas eindeutig die beste Wahl.

Glasflaschen sind besser für die Umwelt

Plastikflaschen sind ein doppelter Alptraum für die Umwelt: Zuerst ist da mal die Produktion, die nicht nur extrem Energieaufwändig ist, sondern auch reichlich Öl verbraucht und eine ziemliche Drecksschleuder ist. Es gibt Schätzungen, nach denen die Produktion einer PET-Flasche ca. das 100 Fache an Umweltgiften freigibt, verglichen mit der Produktion einer Glasflasche.

Und dann, nachdem die Plastikflasche verwendet wurde landet sie im Müll wo sie wieder Probleme verursacht. Entweder muss sie verbrannt werden, oder, weil die meisten Kunststoffe nur extrem langsam zersetzt werden, muss sie in einer Müllhalde abgeladen werden wo sie über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte langsam zersetzt wird.

Plastikmuell im MeerNoch schlimmer ist es natürlich, wenn der Plastikmüll direkt in der Umwelt landet. Wenn das Plastik zerfällt wird es zuerst von Kleinstlebewesen aufgenommen und dann durch die Nahrungskette immer weiter nach oben gereicht, bist es auch beim Menschen ankommt. Letztendlich essen wir also unseren eigenen Plastikmüll, wenn auch in winzigsten Mengen.

Natürlich kann das ganze durch Wiederverwendung und Recycling die Umweltbilanz auch hier stark verbessert werden. Die Umweltschäden durch Kunststoff sind nichts neues – wir haben es alles schon gehört, aber es ist trotzdem wichtig sich das immer wieder mal ins Gedächtnis zu rufen. Und vor allem haben wir bei Flaschen eine Wahl. Käse kann man z.B. fast nur in Plastik verpackt kaufen, aber bei Trinkflaschen die wir ja wirklich täglich immer wieder verwenden, haben wie die Wahl welche Materialien wir verwenden.

Edelstahlflaschen sind Umwelttechnisch auch nicht ganz optimal. Das Problem ist hier vor allem, dass die Rohstoffe die benötigt werden meist sehr dreckig abgebaut werden und das extrem viel Energie benötigt wird, um die Metalle zu verarbeiten.

In diesem englischsprachigen Artikel der NY-Times werden die Lebenszyklen von Kunststoff- und Edelstahlflaschen verglichen.
Der Autor kommt dabei sogar zu dem Ergebnis, dass die Produktion von einer Edelstahlflasche Umweltschädlicher ist, als die Produktion einer Plastikflasche, aber das Problem durch die längere Lebensdauer ausgeglichen wird.

Glas ist, was die Umwelt angeht, die beste Option. Es wird zwar auch für die Glasproduktion ziemlich viel Energie benötigt, aber es werden fast keine spezifischen Umweltgifte die besonders für die Glasproduktion sind freigesetzt. Zusätzlich hat Glas den Vorteil, dass es quasi unendlich oft Recycelt werden kann, und die Infrastruktur für Glasrecycling in Deutschland sehr gut ist.

Der eigentliche Trumpf ist aber, dass Glasflaschen normalerweise einfach am längsten halten. Je länger/öfter man die Flasche wiederverwendet, desto besser für die Umwelt. Wenn man eine Plastikflasche tausend mal verwendet, bevor man sie wegwirft, dann wäre das besser, als eine Glasflasche die man nur einmal verwendet. Aber diese Situation tritt eben fast nie ein. Normalerweise überlebt eine Glasflasche sowohl die Plastikflasche, als auch die Edelstahlflasche.

Glas ist kulturell DAS Material für Wasser

Wiederverwendbare Trinkflasche voll WasserDas ist jetzt natürlich sehr subjektiv, aber für viele ist Glas einfach das „korrekte“ Material um erfrischendes, klares Wasser zu trinken. Für die meisten Leute gibt es bestimmte Verbindungen zwischen bestimmten Getränken oder Nahrungsmitteln und bestimmten Gefäßen bzw. Materialien. Kaffee aus einem durchsichtigen Glas? Apfelsaft aus einer Teetasse?

Wenn man sich das vorstellt, dann kriegt man schon irgendwie ein komisches Gefühl, und bei Wasser ist das nicht anders. Kaltes, klares Wasser und Glas gehören in Deutschland kulturell einfach irgendwie zusammen.

 

Fazit zu Glasflaschen

Glasflaschen werden oft ein bisschen stiefmütterlich behandelt. Es gibt bei den wiederverwendbaren Trinkflaschen viel mehr Edelstahl- und Kunststofflaschen auf dem Markt als Glasflaschen. In unseren Augen vollkommen zu unrecht.

Glasflaschen sind sauber, umweltfreundlich und interagieren nicht mit ihrem Inhalt. Sie haben heutzutage, dank bruchsicherem Glas und Schutzhüllen, keine wirklichen Nachteile mehr und sind somit quasi immer eine gute Wahl.

Insbesondere wenn man sie wirklich täglich verwendet sind Glasflaschen in unseren Augen so ziemlich das beste was es auf dem Markt gibt.

 

 

Oft gestellte Fragen zu Glasflaschen

Was ist die beste Glasflasche?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Wir haben uns in unseren Reviews zu Trinkflaschen aus Glas eine ganze Reihe von aktuellen Angeboten angeschaut, und es gibt viele gute Modelle.

Kann man Glasflaschen aus dem Supermarkt selbst wiederverwenden?

Kurzfristig schon. Supermarkt-Glasflaschen sind halt darauf ausgelegt industriell von Maschinen verwendet zu werden. Entsprechend haben sie nur die schmale Öffnung, die daheim schwer befüllbar ist, und Plastikdeckel die schnell kaputt gehen. Und dann gibt es da auch noch die Aufkleber die anfangen abzufallen wenn man die Flasche wäscht.
Fazit also: Für eine paar Mal kann man Glasflaschen aus dem Supermarkt ohne Probleme auch zuhause wiederverwenden. Nur langfristig werden sie halt ziemlich lästig.

Und warum Wasser aus dem Supermarkt eigentlich etwas wirklich schlimmes ist, haben wir uns in einem eigenen Artikel angeschaut.