Ratgeber: Wasserfilter für Zuhause

Kaum ein Lebensmittel wird in Deutschland so sehr kontrolliert, wie das Trinkwasser. Und auch wenn es immer wieder heißt, das Leitungswasser hier sei ungesund oder dreckig, kann man es doch trinken ohne Angst haben zu müssen, krank zu werden. Trotzdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit denen man die Trinkwasserqualität verbessern kann. In diesem Artikel findet Ihr einen Überblick über die verschiedenen Wasserfilter für Zuhause. Wir erklären wie sinnvoll Ionentauscher, Aktivkohlefilter, Umkehrosmose, KDF-Filter und Destillation wirklich sind und noch vieles mehr, damit Ihr am Ende wisst, ob Ihr einen Trinkwasserfilter braucht und welchen Ihr dann am besten nehmen solltet.

Wozu überhaupt ein Wasserfilter?

Ein Klempner tauscht einen schmutzigen Wasserfilter ausIn der Küche oder im Bad sieht man sie immer wieder: die weißen Rückstände. Das ist Kalk, der bei hartem (= kalkhaltigem) Wasser oftmals zurück bleibt. In der Küche sieht er vielleicht nur schlecht aus, aber wenn sich Kalk an Heizstäben oder Schläuchen ablagert, dann ist das nicht nur unhygienisch sondern die Maschinen gehen auch schneller kaputt. Kalk an sich ist nicht gesundheitsgefährlich, trotzdem spricht einiges dafür, sich einen Kalkfilter anzuschaffen.

Aber natürlich gibt es auch Filter für das Trinkwasser. Sie filtern zum Beispiel Bakterien, Pestizide und Keime aber auch Blei oder Kupfer, das von alten Wasserrohren stammt. Wer also in einem älteren Haus lebt oder weiß, dass die Wasserrohre älter sind, für den kann die Anschaffung eines Wasserfilters durchaus nützlich sein. Besonders wenn man Wert auf sehr sauberes Wasser legt oder für Säuglingsnahrung zubereiten möchte, für den eignet sich ein Leitungswasserfilter.

Aber auch für Tee- oder Kaffeeliebhaber eignet sich ein Trinkwasserfilter, da weiches Wasser ein besserer Geschmacksträger ist und so der Tee oder Kaffee intensiver und besser schmeckt. Je nachdem, was und wie viel gefiltert werden soll, gibt es verschiedene Arten von Trinkwasser-, Hauswasserfiltern und Wasseraufbereitern.

Ionentauscher


Bevor das Wasser bei uns aus dem Hahn kommt, wird es zuerst in Wasseraufbereitungsanlagen von Keimen und Bakterien gereinigt. Trotzdem sind oft noch viele Mineralien wie Kalk oder Magnesium enthalten, die man mit Hilfe eines Ionentauschers „austauschen“ kann. Das funktioniert so: Während das Wasser durch eine Membran oder durch Säulen fließt, werden Calcium- und Magnesium-Ionen durch Natrium-Ionen ausgetauscht. Deswegen ist der Ionentauscher besonders effektiv, um als Wasserenthärter hartes in weiches Wasser zu verwandeln. Das macht ihn zum Beispiel zu einer guten Investition zum Schutz von Haushaltsgeräten vor Kalk.

Je nach dem Zweck des Ionentauschers – also ob er zum Beispiel Trink- oder Hauswasser filtern soll – gibt es ihn entweder als Tischfilter oder als zentrale Anbringung für das ganze Haus. Ein eher günstiges Modell des Ionentauschers liegt bei ca. 500€, was auch im Vergleich mit anderen Filterarten nicht ganz billig ist. Ein weiterer Nachteil ist die Hygiene. Wenn der Ionentauscher nicht regelmäßig benutzt wird, das Wasser also zum Beispiel in der Urlaubszeit mal länger steht, dann können sich dort Keime vermehren und das Trinkwasser belasten. Das kann aber auch passieren, wenn das Herzstück des Ionentauschers, die Filterpatrone, nicht regelmäßig ausgetauscht wird. Deswegen muss er – wie bei jedem anderen Filtersystem auch – regelmäßig gereinigt und ausgetauscht werden, um Bakterien und Keime zu vermeiden.

Was spricht für und was gegen den Ionentauscher?

Pro Contra
Filtert Kalk (verwandelt hartes in weiches Wasser) Relativ teuer (günstiges Modell bei ca. 500€)
Gut zum Schutz von Haushaltsgeräten Wasser darf nicht im Filter „stehen bleiben“, sonst vermehren sich dort Keime
Gibt es als Tischfilter, um Trinkwasser zu filter
Gibt es als zentrale Anbringung für das ganze Haus, um Hauswasser zu filtern (z.B. für die Waschmaschine)

Für wen ist der Ionentauscher geeignet?

Der Ionentauscher ist für jeden geeignet, der besonders dem Kalk Einhalt gebieten möchte. Sei es jetzt nur im Hauswasser – also für die Spülmaschine, die Waschmaschine, den Wasserkocher oder das Spülbecken – oder für „weicheres“ (kalkfreies) Trinkwasser. Der Ionentauscher kann beides, allerdings muss für die Anschaffung ein wenig Geld in die Hand genommen werden. Für Leute, die spontan und schnell einen Wasserfilter brauchen ist er also eher nichts.

Aktivkohlefilter

Die Aktivkohle ist das am häufigsten gebrauchte Material, wenn es um Trinkwasserfilter geht. Man findet sie in den meisten der alltagstauglichen Filter, so zum Beispiel in Tischfiltern oder Flaschenfiltern. Was das genau ist, dazu später mehr. Es gibt aber auch einen Filter, der nur mit Aktivkohle funktioniert: Den Aktivkohlefilter. Er unterscheidet sich von der normalen Kohle dadurch, dass die Kanäle und Poren innerhalb freigespült worden sind, was gleichzeitig die Leistung verbessert.

Besonders gut eignet sich der Aktivkohlefilter bei einer eher groben Verschmutzung des Trinkwassers. So zum Beispiel bei Chlor, um mit dem Aktivkohlefilter den Geruch und den Geschmack des Trinkwassers zu verbessern. Eine generell bessere Filterleistung hat der Aktivkohleblock. Der ist allerdings teurer als das Aktivkohlegranulat. Hier wird das Trinkwasser durch loses Aktivkohlegranulat gefiltert, bei dem nur wichtig ist, dass das Granulat sehr fein (unter 1mm) ist. Bei beiden Varianten ist aber auf jeden Fall wichtig, dass der Filter an eine Wasserleitung angeschlossen wird, damit sich durch den Wasserfluss keine Keime festsetzen können. Deswegen wird der Aktivkohlefilter auch besser als Filter für das ganze Haus und nicht als Untertischfilter benutzt.

Das liegt unter anderem auch an der Funktionsweise des Aktivkohlefilters. Hier fließt das Wasser nämlich durch die – der Feinheit des Granulats entsprechend großen – Poren und durch die starke Oberflächenhaftung der Aktivkohle bleiben Schadstoffe, wie zum Beispiel Chemikalien oder Pestizide kleben und das Trinkwasser kommt dann beispielsweise direkt gefiltert aus dem Wasserhahn. Je „dichter“ die Aktivkohle also ist, desto größer ist die Filterleistung. Das Wasser wird dann stärker „hindurchgedrückt“ und mehr Schadstoffe bleiben kleben. Andererseits behindert der Aktivkohleblock natürlich eher den Wasserfluss, als die lose angeordnete Aktivkohle. Obwohl diese auch wieder nicht zu lose angeordnet werden sollte, weil sonst Filterleistung verloren geht. Es ist also gar nicht so einfach, bei dieser Art von Wasserfilter die richtige Entscheidung zu treffen.

Deshalb nochmal kurz zusammengefasst: der Aktivkohleblock hat zwar eine bessere Filterleistung, ist aber auch teurer und behindert eher den Wasserfluss. Dagegen wird das billigere Aktivkohlegranulat vom Trinkwasser eher umspült, was zwar zu einem besseren Wasserfluss aber auch zu einer schlechteren Filterleistung führt. Ein letzter entscheidender Vorteil des Aktivkohleblocks ist, dass sich seine Poren verschließen, wenn der Filter „voll“ ist und so zumindest die bereits an ihm haftenden Keime nicht wieder ins Wasser abgegeben werden. Beim Aktivkohlegranulat dagegen sollte der Filter schon ausgetauscht werden, bevor er voll ist. Aber natürlich sollten die Filter generell regelmäßig ausgetauscht werden, damit die Filterleistung nicht abnimmt.

Was spricht für und was gegen den Aktivkohlefilter?

 

Pro Contra
Gut bei grober Trinkwasserverschmutzung Anschluss an Wasserleitung nötig, um Festsetzung von Keimen zu verhindern
Filtert Chlor, Pestizide, Chemikalien nur als Hauswasserfilter verwendbar
Verbessert Geruch und Geschmack des Leitungswassers
Aktivkohleblock: bessere Filterleistung, Wenn der Filter „voll“ ist, verschließen sich die Poren und Keime werden nicht ins Wasser abgegeben Aktivkohleblock: teurer, behindert Wasserfluss
Aktivkohlegranulat: billiger, Aktivkohlegranulat: schlechtere Filterleistung, Filter gibt Keime ins Wasser ab, wenn er „voll“ ist

Für wen ist der Aktivkohlefilter geeignet?
Der Aktivkohlefilter ist eigentlich für jeden geeignet, der sein Wasser gerne von Chlor oder anderen groben Verschmutzungen befreien möchte. Allerdings eignet er sich nicht als reiner Trinkwasserfilter, man sollte ihn also nur kaufen, wenn man nach einem Hauswasserfilter sucht.

Umkehrosmose Wasserfilter

Umkehrosmose Wasserfilter
Umkehrosmose Wasserfilter By Kingfish101 (Own work) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons
Eine weitere besonders effektive Methode um das Trinkwasser zu filtern ist die Umkehrosmose. Hier wird zum Beispiel unter der Spüle die Osmoseanlage angeschlossen und das Trinkwasser durch den Wasserdruck durch eine Membran mit sehr kleinen Poren gepresst. Dabei werden jegliche Arten von Keimen, Bakterien, Schwermetallen, gelösten Salzen aber auch Mineralien herausgefiltert. Deswegen wird das Wasser, das den Osmosefilter durchlaufen hat, auch totes Wasser genannt. Es ist frei von Schmutz und Keimen, aber auch von den Mineralien, die gut für unseren Körper sind. Oft müssen diese dann nachträglich wieder hinzugefügt werden.

Trotzdem hat die Umkehrosmoseanlage viele Vorteile: So ist das gefilterte Trinkwasser zum Beispiel nicht nur sehr rein, der Filterprozess ist auch ziemlich stromsparend, da hier alleine der Wasserdruck ausreicht. Außerdem ist die Osmoseanlage verglichen mit anderen Methoden relativ billig: Die Anschaffung kostet zwischen 100-700€, danach müssen nur noch jedes Jahr die Vor- und Kohlefilter für circa 100€ gewechselt werden. Im Endeffekt kommt man so günstiger davon, als wenn man jede Woche das Wasser im Laden kauft.

Und auch wenn die Osmoseanlage 2-10 Liter Leitungswasser für 1 Liter Osmosewasser braucht, ist das trotzdem nicht automatisch eine riesengroße Wasserverschwendung. Der Energieverbrauch durch Wasser der Osmoseanlage und die Menge, die für das Wasser in Plastikflaschen benötigt wird, sind beinahe identisch. Durch die Umkehrosmoseanlage wird so sogar die Umweltverschmutzung durch das Plastik vermieden. Außerdem kann das Abwasser aufgefangen und anderweitig genutzt werden, zum Beispiel, um die Blumen zu gießen.
Was spricht für und was gegen die Umkehrosmose?

Pro Contra
Filtert jegliche Arten von Keimen, Bakterien, Schwermetallen, gelösten Salzen Entfernt auch für den Körper wichtige Mineralien
Sehr reines Trinkwasser Mineralien müssen dem Wasser nach dem Filterprozess wieder hinzugefügt werden
Stromsparender Filterprozess Generell relativ billig (Anschaffung bei 100-700€, danach nur 100€ jährlich)
Abwasser kann aufgefangen und für Anderes (z.B. Blumen gießen) verwendet werden Für 1 Liter Osmosewasser sind 2-10 Liter Leitungswasser nötig

Für wen ist die Umkehrosmoseanlage geeignet?
Besonders für Leute, die Wert auf sehr sauberes Trinkwasser legen, ist die Umkehrosmose geeignet. Sie entfernt zuverlässig jede Art von Keimen und Verschmutzungen (aber auch alles andere, wie z.B. Mineralien). Danach müssen allerdings auch für den Körper wichtige Mineralien dem gefilterten Wasser wieder hinzugefügt werden.

KDF-Filter

Der KDF-Filter ist eine ganz andere Methode, um das Trinkwasser unter anderem von Verunreinigungen, Bakterien Pilzen und insbesondere von Chlor zu befreien. Hier wird kein Wasser durch eine Membran gepresst oder anders physikalisch gefiltert. Stattdessen funktioniert der Wasserfilter mit Kupfer- und Zinklegierungen und einer Reinigung durch elektrochemische Reaktionen. Das Ganze läuft nach dem Prinzip der Redox-Reaktionen ab. Das heißt kurz gesagt, dass sich das Chlor im Wasser mit den Metall-Ionen verbindet und zu harmlosem wasserlöslichem Chlorid wird.

Besonders zu empfehlen ist der KDF-Filter deshalb für Menschen mit Hautproblemen oder denjenigen, die eine Chlorallergie haben und nach einem Weg suchen, zum Beispiel auch chlorfrei duschen zu können. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Wasserfiltern, funktioniert der KDF-Filter auch bei heißem Wasser einwandfrei. Der Filter wird einfach direkt zwischen dem Schlauch bzw. das Rohr und dem Wasserhahn angeschlossen. Ganz billig ist der KDF-Filter leider nicht, er kostet um die 100€.

Was man auf jeden Fall noch wissen sollte, ist, dass der KDF-Filter nicht alles aus dem Wasser herausfiltert: Stoffe wie Fluorid, Pestizide oder Parasiten werden nicht entfernt. Deshalb sollte man ihn am besten mit anderen Filterarten, wie zum Beispiel dem Aktivkohle-Filter kombinieren, um das beste Filterergebnis zu bekommen. Diese Kombination ist allerdings relativ leicht zu finden, da heutzutage sowieso kaum noch reine KDF-Filter, sondern eher KDF-Filter in Verbindung mit Aktivkohlefiltern verkauft werden.
Was spricht für und was gegen den KDF-Filter?

Pro Contra
Funktioniert auch mit heißem Wasser, eignet sich also gut als Duschfilter Anschaffungskosten: ca. 100€
Besonders gut als Chlorfilter Filtert kein Fluorid, keine Pestizide oder Parasiten
Hilfreich bei Hautproblemen Bestes Filterergebnis nur in Kombination mit Aktivkohlefiltern
Empfehlenswert bei Chlorallergien

Für wen ist der KDF-Filter geeignet?
Der KDF-Filter ist besonders für Menschen zu empfehlen, die unter Hautproblemen oder an einer Chlorallergie leiden und eine Möglichkeit suchen, chlorfrei duschen zu können. Die Anschaffung ist allerdings nicht ganz billig und wenn man nach einem Filter sucht, der mehr als nur Chlor filtert, dann sollte man sich besser nach einem Anderen umsehen.

Destillation

Bei dem Wort „Destillation“ denken die meisten ja eher erst mal an ein Chemie-Labor. Und das ist doch eigentlich genau nicht das, was man in seinem Trinkwasser haben will. Aber keine Sorge, entgegen aller Vorurteile ist die Destillation von Wasser im Normalfall nicht schädlich. Das Trinkwasser wird nämlich nur in einem sogenannten „geschlossenen Kreislauf“ (bestehend aus verschiedenen, miteinander verbundenen Behältern) verdampft. Danach kondensiert es in einem besonderen, kalten Behälter, dabei bleiben schädliche Stoffe im Destillationsbehälter „liegen“ und das Wasser ist so gefiltert.

Mit diesem Verfahren werden Schadstoffe wie Asbest, Kupfer, Bakterien, Hormone und Antibiotika entfernt. Zu 100% entfernt die Destillation aber auch nicht alle Verunreinigungen, außerdem gehen auch Mineralien und Spurenelemente verloren. Oft werden auch Schadstoffe wie Chlor, Benzol und Lösungsmittel nicht heraus gefiltert. Außerdem ist der Filtervorgang verglichen mit anderen Filtern ziemlich laut und auch ziemlich stromintensiv, da das Wasser natürlich Stück für Stück immer wieder erhitzt werden muss. Ganz billig sind Anschaffung (ungefähr 500€) und Instandhaltung (ca. 200€ Stromkosten jährlich pro Person) auch nicht. Wenn man sich trotzdem für die Destillation entscheidet, sollte man am besten zusätzlich noch einen Aktivkohlefilter verwenden, da der die Filterleistung noch verbessert und noch andere Stoffe filtert, als die Destillation.
Was spricht für und was gegen die Destillation?

Pro Contra
Filtert Schadstoffe wie Asbest, Kupfer, Bakterien, Hormone und Antibiotika Entfernt oft auch für den Körper wichtige Mineralien und Spurenelemente
Lauter und stromintensiver Filtervorgang
Schadstoffe wie Chlor, Benzin und Lösungsmittel werden nicht entfernt
Relativ teure Anschaffungs- (ca. 500€) und Instandhaltungskosten (ca. 200€ Stromkosten jährlich pro Person)
Für eine bessere Filterleistung ist zusätzlich noch Aktivkohlefilter notwendig

Für wen ist die Destillation geeignet?
Die Destillation wird heutzutage eher selten verwendet, da sie viele Nachteile aufweist. Wenn man allerdings großen Wert auf die Entfernung von Kupfer, Asbest, Bakterien, Hormonen oder Antibiotika legt, dann kann die Destillation durchaus eine Möglichkeit sein.

Esoterische Wasseraufbereitung

Von dieser Art der Wasseraufbereitung bitte fernhalten! Jegliche Produkte, die mit den Begriffen „Vitalisierung“, „Levitation“, „Energetisierung“, „Transformation“ in Verbindung stehen sollten vermieden werden. Oft werden hier elektrolyte Verfahren verwendet, das heißt, dass im Verfahren Eisen-Ionen dem Wasser hinzugefügt werden. Das Wasser färbt sich dann braun und ist außerdem schlechter für den Körper. Also bitte nicht darauf reinfallen!

Trinkwasserfilter – Welche Arten gibt es?

Wasser wird aus Filterkaraffe gegossenSo, da wir jetzt wissen, auf welche verschiedenen Arten Trinkwasser gefiltert werden kann, noch zu den verschiedenen Möglichkeiten, mit welchen Geräten man den Trink- oder Hauswasserfilter ins Leben integrieren kann.

Für den täglichen Gebrauch zu Hause gibt es zum Beispiel den Tischfilter. Der ist relativ klein, günstig, in ca. 3 einfachen Schritten zu installieren und leicht zu gebrauchen. Er filtert geschmacks- und geruchsstörende Stoffe wie Chlor, Schwermetalle oder Kalk und sorgt so für einen besseren Geschmack des Trinkwassers. Oft besteht der Filter aus Aktivkohlegranulat und Kunststoffharz. Oben in die Öffnung wird Wasser eingefüllt, fließt durch den Filter von einer Kammer in die andere und kann dann ganz nach Bedarf wie aus einer Kanne eingeschenkt und getrunken werden.

Führende Marken sind BRITA und BWT mit verschiedenen Tischfilter-Modellen, die ungefähr 30€ kosten. Der Tischfilter kann außerdem sehr gut auch im Kühlschrank aufbewahrt werden. Nur immer daran denken: Regelmäßig den Filter austauschen, damit der Filter keine Keime ins Trinkwasser abgibt, wenn er voll ist. Dafür gibt es aber inzwischen meistens sogar Anzeigen auf dem Tischfilter, die Bescheid geben, wenn der Filter gewechselt werden sollte. So filtert man nur das Wasser dass man auch wirklich unbedingt sauber haben will. Und man hat immer leicht die Filterkaraffe zur Hand.

Auch gut für den Gebrauch am Esstisch ist der Untertischfilter. Der kann zum Beispiel unter der Spüle direkt an den Wasserhahn angeschlossen werden und filtert so unauffällig und ohne viel Aufwand das Leitungswasser. Wenn man möchte, kann man auch einen eigenen Wasserhahn mit dazu bestellen. Das hat den Vorteil, dass so Filterwasser und „gebrauchtes“ Wasser (also z.B. vom Abwasch) getrennt werden können. Für den extra Wasserhahn muss allerdings zusätzlich an der Spüle gebohrt werden. Ohne den zusätzlichen Wasserhahn wird jegliches Wasser gefiltert als auch das, das für den Abwasch verwendet wird. Das hat den Nachteil, dass die Filterpatrone schneller abgenutzt ist. Der zweite Wasserhahn ist also auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Aber es gibt nicht nur Trinkwasserfilter, auch Hauswasserfilter können durchaus nützlich sein. Besonders für Menschen, die eine empfindliche Haut haben, an einer Hautkrankheit leiden oder eine Allergie gegen z.B. Chlor haben, ist der richtige Duschfilter meistens die Rettung. Durch ihn bleiben keine Rückstände auf der Haut und manche Modelle filtern sogar Chlor und Bakterien heraus. Das hilft gegen Hautreizungen, Schuppen auf der Kopfhaut und macht die Haare weicher und gepflegter. Er kostet zwischen 20 -100€, je nach Modell.

Auch für unterwegs gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Wasserfilter mitzunehmen. Eine davon ist zum Beispiel die Filterflasche. Die ist besonders gut, um teure Plastikflaschen zu ersetzen. Modelle gibt’s zum Beispiel von BRITA für ungefähr 15€. Hier wird auch der sogenannte „MicroDisc Technology“ Filter verwendet, der mit einem Aktivkohlefilter funktioniert. Alles in allem also die Trinkflasche mit Filter zum Mitnehmen.

Noch eine Art, den Trinkwasserfilter auf Reisen mitzunehmen ist der Mikrofilter. Den kann man ganz einfach in die Tasche packen und dann vor Ort benutzen. Man schließt ihn einfach an einen Wasserhahn – zum Beispiel in einem Hotel – und das Wasser wird sofort gefiltert. So ein Mikrofilter kostet ca. zwischen 40 und 90€.

Brauche ich jetzt also einen Trinkwasserfilter?

Klempner installiert Wasserfilter in KücheJeder, der die Qualität seines Trink- und/oder Leitungswassers verbessern möchte, kommt um einen Filter nicht herum. Je nachdem, was man filtern möchte bzw. welchen Zweck der Filter hat, muss man sich einen Anderen anschaffen. Ist zum Beispiel der Schutz der eigenen Haushaltsgeräte vor Kalk sehr wichtig oder man hat generell das Problem, dass das Wasser sehr kalkhaltig ist, dann eignet sich dafür der Ionentauscher. Der ist nicht billig, dafür aber sehr effektiv als Kalkfilter.

Möchte man jetzt nicht nur Kalk filtern, sondern das Trinkwasser auch von Pestiziden oder Chemikalien befreien, dann ist der Aktivkohlefilter eine Option. Hier variiert es vor allem preislich, da selbst die billigere Version – das Aktivkohlegranulat – eine relativ gute Filterleistung hat. Steht aber eher die Filterleistung im Vordergrund, ist der Aktivkohleblock die bessere wenn auch teurere Wahl. Auch für Leute, die zum Beispiel an Hautproblemen oder einer Chlorallergie leiden, gibt es eine Lösung: den KDF-Filter. Der ist besonders effektiv als Chlorfilter und kann außerdem auch hervorragend als Duschfilter verwendet werden – er funktioniert nämlich auch bei heißem Wasser einwandfrei. Die Anschaffung ist mit ca. 100€ nicht ganz billig, aber die Funktion des Filters ist den Preis durchaus wert. Einziges Manko ist, dass der KDF-Filter alleine nur gut gegen Chlor ist – wenn man auch noch andere Stoffe wie zum Beispiel Pestizide gefiltert haben möchte, sollte man den KDF-Filter am besten noch mit dem Aktivkohlefilter kombinieren.

Jetzt zu den Filtern, die man in Betracht ziehen sollte, wenn man besonders die Qualität des eigenen Trinkwassers verbessern möchte. Da gibt es zuerst einmal die Umkehrosmose: Die ist besonders dann zu empfehlen, wenn man wirklich reines, von Schwermetallen, Keimen und Bakterien befreites Trinkwasser möchte. An sich sind Anschaffung und Instandhaltung bei dieser Methode relativ billig. Was aber noch hinzu kommt ist, dass man die Mineralien, die neben den Schadstoffen beim Filterprozess entfernt werden, wieder hinzufügen muss. Das kostet natürlich auch Geld, dafür ist das Trinkwasser allerdings sehr sehr rein.

Ähnlich wie der Osmosefilter ist auch das Destillationsverfahren sehr effektiv gegen Schadstoffe wie Asbest, Hormone oder Antibiotika. Allerdings werden auch hier für den Körper wichtige Mineralien entfernt, die dann nachträglich wieder hinzugefügt werden müssen. Außerdem ist die Destillation sehr laut und stromintensiv, was auch nicht für Jeden etwas ist. Vermutlich findet man hier in den anderen Filterarten bessere Alternativen. Jetzt steht der Anschaffung eines Filters nichts mehr im Wege. Am Schluss nur noch ein Tipp: Unbedingt auf die Qualität des Wasserfilters achten, denn wenn der Wasserfilter von schlechter Qualität ist, kann das auch die Qualität des Trinkwassers verschlechtern. Also Augen auf beim Filterkauf!