Kokoswasser: Wundermittel oder Geldverschwendung?

Zu manchen Sachen gehört die Kokosnuss ja einfach dazu: in die Piña Colada, in Form von Kokosmilch zum Kochen oder auch mal als frischen Saft aus der Kokosnuss am Strand. Jetzt gibt es sogar einen neuen Trend, mit dem wir die Kokosnuss immer dabei haben und dabei sogar noch gesünder leben können: Das Kokoswasser.

Kokoswasser. Das ist die Trend-Flüssigkeit, die man aus einer unreifen, grünen Kokosnuss gewinnt und die man jetzt ganz unkompliziert zum Beispiel im Supermarkt kaufen und überall hin mitnehmen kann. Es wird außerdem als das neue „Wundermittel“ gehandelt: Es soll beim Abnehmen und bei Krankheiten helfen, entschlacken, ein gutes Sportgetränk sein und noch vieles mehr. Diesen Mythen gehen wir auf dem Grund und am Ende wisst Ihr ganz genau, was das Kokoswasser wirklich kann.

Die Fakten

Ein Glas Kokoswasser neben einer Kokosnuss

Zuerst einmal sollte man das Kokoswasser nicht mit der Kokosmilch verwechseln. Die Kokosmilch ist weiß und eben wie Milch – das Wasser dagegen ist leicht trüb und flüssig wie … Wasser eben. Auch die Kaloriendichte unterscheidet sich, da das Kokoswasser nur ungefähr 15-20kcal pro 100ml hat und damit sehr kalorienarm ist. Auch enthält es kaum Kohlenhydrate und kaum Eiweiß. Der Geschmack sollte am besten leicht süßlich und etwas säuerlich sein. Aber dazu später mehr. Der Preis liegt meistens zwischen 1,80€ bis 2,30€.

Das Kokoswasser als Sportgetränk?

Tatsächlich wird hier mal nicht übertrieben. Das Nusswasser eignet sich wirklich als Begleiter im Fitnessstudio. Es ist isotonisch, das bedeutet, dass der Körper die Nährstoffe besonders schnell aufnehmen kann. Generell fällt aber eigentlich nur der hohe Kaliumgehalt des Kokoswassers auf – der Rest, wie Calcium- oder Natriumgehalt ist genauso hoch wie der von Mineralwasser. Außerdem ist der Eiweiß- und Vitamingehalt ziemlich niedrig. Alles in allem kann man das Kokoswasser also schon als Sportlergetränk verwenden, solange man jetzt keinen Hochleistungssport betreibt und wirklich große Mengen an Mineralstoffen über das Getränk wieder zu sich nehmen muss. Und natürlicher als so manches quietschbuntes Fitness-Getränk ist das Kokoswasser auf jedem Fall.

Kokoswasser macht schlank?

Ganz so ist das leider nicht. Auch wenn dem Kokoswasser nachgesagt wird, dass es den Stoffwechsel anregt, ist das nicht bewiesen. Auch einen Anti-Aging-Effekt hat es wohl nicht. Trotzdem kann man mit dem Kokoswasser abnehmen, wenn man damit Getränke wie Cola oder Fanta ersetzt. Das ist nämlich gesünder und hat weniger Kalorien.

Ist Kokoswasser gut für den Körper?

Wie wir ja schon wissen, ist das Kokoswasser isotonisch. Deswegen ist es auch sehr gut bei jeglicher Art des Flüssigkeits- beziehungsweise Mineralmangels, wie zum Beispiel bei Durchfall oder Überhitzung. Außerdem unterstützt der hohe Ballaststoffgehalt unsere Verdauung und hilft gleichzeitig bei Sodbrennen. Auch die Magenschleimhaut profitiert vom Kokoswasser, da es eine Säure hemmende Wirkung hat und damit die Magenschleimhaut schützt und gut bei Magenproblemen und Geschwüren ist.

Zuletzt werfen wir nochmal einen Blick auf den Mineralgehalt: in 100 ml befinden sich 250 mg Kalium. Das ist kein schlechter Wert, weswegen dem Kokoswasser auch eine blutdrucksenkende Wirkung zugeschrieben wird. Zuletzt enthält es außerdem 25 mg Magnesium pro 100 ml, was angeblich gegen Kopfschmerzen und Migräne helfen soll. Hierbei ist es jedoch unwahrscheinlich, dass man genügend Kokoswasser trinken kann, um im akuten Fall etwas dagegen unternehmen zu können. In diesem Fall wirkt das Trinken von Kokoswasser wohl eher prophylaktisch.

Entgiftung dank Kokoswasser?

Dem Kokoswasser wird sogar nachgesagt, dass es eine entgiftende Wirkung auf den Körper hätte. Viele von uns haben im Laufe des Lebens zum Beispiel über Amalgam-Zahnfüllungen giftiges Quecksilber aufgenommen. Angeblich hilft hier das Kokoswasser: Es soll durch seine schwefelhaltigen Aminosäuren freies Quecksilber binden, das dann über den Urin ausgeschieden wird. Diese Aminosäuren sind im Protein enthalten – von dem nur 2 g in 100 ml Kokoswasser sind. Es trägt also nicht wirklich zur Entgiftung bei.

Was kann es noch?

Vielleicht kann uns das Wasser auf der Kokosnuss nicht entgiften oder schlank zaubern. Dafür aber kann es als Sportgetränk herhalten und unseren Körper durch seinen hohen Mineralgehalt unterstützen. So ist es ganz hilfreich um einen Kater auszukurieren, da so Mineralstoffmängel ausgeglichen werden.

Außerdem werden durch die Antioxidantien im Kokoswasser freie Radikale in unserem Körper unschädlich gemacht, was das Hautbild verbessern und bei Akne helfen kann. Auch Schwangere profitieren von den Mineralien, die im Kokoswasser enthalten sind. So wird die Bakterienbildung aufrecht erhalten, die Fruchtwasserbildung unterstützt und die Nährstoffzufuhr während und nach der Schwangerschaft gewährleistet. Die empfohlene tägliche Menge sind etwa 300 bis 500 ml.

Fazit zu Kokoswasser: Gute Idee oder rausgeschmissenes Geld?

Cocktail aus Kokoswasser mit FrüchtenLetztendlich ist Kokoswasser kein „großes Wundermittel“ mit dem man jegliche Krankheit auskuriert und 150 Jahre alt wird. Das war aber wohl jedem schon vor dem Artikel klar, denn bisher war noch kein einziger Fitnesstrend wirklich so gut, wie er oft dargestellt wird.

Kokoswasser ist aber definitv eine sehr gesunde Alternative zu unseren flüßigen „Alltagssünden“ wie Cola, „Frappucinos“ mit literweise Milch und Kiloweise Zucker und auch zu Fruchtsaft, der bei weitem nicht so gesund ist wie man meint.

Auch wenn es kein Wundermittel ist, so hat es doch einen ordentlichen Mineralgehalt, ist Kalorienarm und sehr gesund für die Verdauung. Und vor allem schmeckt es nun mal gut.
Man kann Kokoswasser also wirklich guten Gewissens trinken – auch in größeren Mengen. Und deswegen geben wir dem Kokoswasser einen Daumen nach oben.

Welches Kokoswasser soll ich also kaufen?

Inzwischen gibt es viele verschiedene Kokoswasser, zwischen denen man sich entscheiden muss. Und natürlich ist nicht jedes gleich und nicht jedes qualitativ hochwertig. Wenn man sich den Luxus leisten möchte, sollte man im Internet suchen und sich als erstes eine eigene, frische und grüne Kokosnuss liefern lassen. Dann sollte man, wenn man das Kokoswasser getrunken hat, ein paar Produkte in den Supermärkten kaufen und den Geschmack vergleichen um den zu finden, der dem „Echten“ am nächsten kommt.

Wenn man jetzt keine grüne Kokosnuss kaufen möchte, sollte man trotzdem mehrere Produkte ausprobieren. Generell schmeckt Kokoswasser leicht süßlich, nicht zu sehr nach Kokos und auf keinen Fall säuerlich! Besonders bei Tetrapacks kommt das allerdings vor, weil das Kokoswasser aromatisiert und pasteurisiert ist, damit es länger hält. Deswegen sollte man falls möglich am besten Bio-Kokoswasser in Glasflaschen kaufen, um dann auszuprobieren, welches am natürlichsten schmeckt. Oft findet man Kokoswasser übrigens nicht nur in Supermärkten, sondern auch in Reformhäusern oder bei Amazon. Hierbei ist natürlich der Vorteil, dass man die Produkte vor dem Kauf schon anhand der Bewertungen prüfen kann.