Die Top 5 Gründe, warum dein Wasser einen komischen Geschmack hat

Manchmal schmeckt das Wasser irgendwie komisch. Das ist ein Erlebnis das wir alle schon mal hatten, und das uns meist mit einem fahlen Beigeschmack zurückgelassen hat. Aber Scherzchen beiseite – es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum Wasser komisch schmecken könnten. Die meisten davon sind nicht weiter schlimm, aber wir schauen sie uns trotzdem mal an, damit Sie sich beim Wassertrinken keine Gedanken machen müssen.

Eine Glasflasche mit trübem InhaltGrundsätzlich sollte man in so einer Situation zwei Dinge im Hinterkopf behalten: Wo das Wasser herkommt, und wie es transportiert/aufbewahrt wurde. Das sind die beiden großen potentiellen Quellen, wo der Geschmack herkommen könnte.

Wenn man nur auf diese beiden Punkte achtet, dann kann man in der überwältigenden Mehrheit der Fälle das Problem ausmachen.

Aber nun schauen wir uns trotzdem mal explizit die typischsten Gründe für komischen oder unerwarteten Wassergeschmack an.

Wasserqualität und Zusammensetzung

Leitungswasser und Trinkwasser allgemein hat in Deutschland eine extrem hohe Qualität. Es gibt nur wenige Länder der Welt, in denen die Trinkbarkeit des Wassers so stark überwacht wird, und in denen in denen die Wasserqualität so stark geprüft wird.

Zugleich muss man wissen, dass es in Deutschland extrem große Unterschiede zwischen den Mineralien-Zusammensetzungen in unterschiedlichen Regionen gibt. So gibt es z.B. im Voralpenland wahnsinnig hartes, calziumhaltiges Wasser, was für Leute aus dem hohen Norden die das zum ersten mal trinken ein echter Schock sein kann. Selbst der Wassergeschmack zwischen zwei Quellen die nur wenige Kilometer auseinander liegen kann sehr unterschiedlich sein.

Wenn Sie also Leitungswasser von einer ungewohnten Quelle, oder Mineralwasser von einem ungewohnten Hersteller trinken, dann kommt der komische Geschmack höchstwahrscheinlich einfach von der Mineralien-Zusammensetzung.
Normalerweise ist das kein Problem. Wenn man im Urlaub ist man gewöhnt sich an das Wasser, oder früher oder später geht man eh Nachhause. Aber wenn man z.B. in eine andere Gegend gezogen ist, und den Geschmack des dortigen Wassers partout nicht ausstehen kann, dann kann sich das zu einem ernsthaften Problem auswachsen. Aber auch hier gibt es Abhilfe.

Die Lösung ist meistens einfach:
In den letzten Jahren haben sich Wasserfilter massiv weiterentwickelt. Früher waren sie meist ziemlich teuer, langsam und zerbrechlich, aber dank neuer Technologien, und vor allem dank einer stark gestiegenen Nachfrage (vor allem in den USA und anderen Ländern mit oft schlechtem Leitungswasser) kann man nun wirklich gute Wasserfilter für zuhause bekommen.
Dabei gibt es eine überraschend große Auswahl an Möglichkeiten:

Umkehrosmose Wasserfilter (oft auch einfach Osmoseanlagen genannt)

Das sind die Anlangen, mit denen man da ganze Hauswasser filtern kann. Die großen können viele Tausend Liter pro Tag reinigen, und somit kann man oft an einer Stelle das ganze Wasser für den Haushalt filtern. Dabei sind die Anlagen überraschend günstig – selbst große, die tausende Liter filtern kosten meist nur ein paar Hundert Euro.

Kleine Filtereinheiten für den Anschluss

Falls man keinen Platz für eine Osmoseanlage hat, oder eh nur einen einzigen Anschluss gefiltert braucht dann sind solche Filteranlagen eine gute Wahl. Sie haben keinen so hohen Wasserdurchsatz wie die Osmoseanlagen, aber können dafür leichter auch von Nicht-Profis eingebaut werden. Für Mieter sind sie außerdem oft die einzige Wahl, falls man keine Osmoseanlage für das ganze Gebäude installieren kann.

Filterkaraffen

Gerade in Amerika sind Filterkaraffen sehr beliebt. Dabei handelt es sich, wie der Name schon andeutet, um Karaffen, die langsam das Wasser das in ihnen ist filtern. In vielen Amerikanischen Haushalten steht quasi immer eine solche Karaffe voll Wasser im Kühlschrank, und statt direkt aus der Leitung zu trinken, wird dort stattdessen das Wasser aus der Karaffe getrunken. (in den USA ist die Wasserqualität in überraschend vielen Orten sehr schlecht)
Solche Filterkaraffen haben vor allem den Vorteil, dass sie super einfach zu verwenden sind.

Filterflaschen

Filterflaschen sind die Option für unterwegs. Wenn man irgendwo hinfährt und nicht weiß, welche Wasserqualität einen erwartet, oder man einfach einen konstanten Wassergeschmack möchte, dann ist es praktisch eine Filterflasche dabei zu haben.

 

Schales Wasser

Ein halb volles Glas WasserEs gibt Menschen, die den schalen Geschmack von Wasser, das einige Zeit offen herumgestanden ist gar nicht bemerken. Wieder andere können ihn überhaupt nicht ausstehen und schütten altes Wasser gleich weg. Die meisten aber bemerken den Geschmack nur manchmal.

Die Ursache für den schalen Geschmack von Wasser ist meistens Gas. Genauer gesagt, Kohlendioxid. Wenn Wasser offen herumsteht reagiert eine kleine Menge des Kohlendioxids in der Luft mit dem Wasser und bildet Kohlensäure. Der schale Geschmack kommt dann von diesem kleinen bisschen Kohlensäure das wir bei älterem Wasser mit schmecken.

Die Kohlensäure ist nicht gefährlich, sondern einfach nur ungewohnt, weil wir Leitungswasser bzw. Flaschenwasser gewohnt sind, dass nie länger mit der Luft in Kontakt war.
Zusätzlich kommt oft die ungewohnte Temperatur des Wassers hinzu. Wenn man sich Wasser zum trinken frisch aus der Leitung holt, ist es meistens sehr kalt. Nachdem es aber längere Zeit herumgestanden ist, nähert es sich immer weiter der Raumtemperatur an, was ebenfalls die Geschmack, bzw. das Trinkgefühl beeinflusst.

Falls man den schalen Geschmack absolut nicht mag:
Die beste Lösung ist, das Wasser immer in einem geschlossenen Behälter aufzubewahren. Wenn man ein Gefäß direkt aus dem Wasserhahn befüllt, und dann nie lange offen stehen lässt, bleibt das Wasser darin vom schalen Geschmack verschont.
Die optimale Lösung ist in unseren Augen eine isolierte, geschlossene Wasserflasche. Damit wird das Wasser sowohl vor Luft, als auch Temperaturänderungen geschützt und bleibt so lange wir möglich perfekt erfrischend.

Dreckige Trinkgefäße

Eine schmutzige Glasflasche am StrandDieser Punkt ist eigentlich ziemlich selbsterklärend. Wenn man ein schmutziges Trinkgefäß verwendet, kann der Dreck dem Wasser einen Geschmack geben.

Dabei muss es gar nicht eine große Menge Schmutz sein. Wenn man eine Flasche länger nicht wäscht bilden sich langsam Ablagerungen überall im inneren der Flasche. Die meisten davon kann man mit dem bloßen Auge gar nicht sehen, aber für winzige Bakterien sind sie wie blühende Felder voller feinster Leckereien. Wenn dann diese Kombination aus Bakterien und Bakterienfutter eine Zeitlang herumsteht, dann werden aus ein paar kleinen Bakterien bald riesige Mengen – exponentiellem Wachstum sei dank. Diese Bakterienkolonien kann man dann immer noch nicht sehen, aber man kann sie schmecken.

Wenn natürlich eine richtige Menge Schmutz in dem Gefäß ist, dann braucht es gar keine Bakterien mehr um den Beigeschmack zu erzeugen. Wenn man regelmäßig Saft in Edelstahlflaschen oder andere undurchsichtige Gefäßen füllt, dann bildet diese früher oder später mit hoher Sicherheit dicke Ablagerungsschichten von denen man gar nichts weiß. Und falls man dann eines Tages blos Wasser statt Saft daraus trinken will kriegt man einen mehr als komischen Geschmack mit.

Was kann man dagegen tun?
Trinkgefäße muss man sauber halten. Auch wenn man etwas bloß als Wasserflasche verwendet, werden Bakterien und Schmutz früher oder später ihren Weg hinein finden – das lässt sich nicht verhindern.
Das einzige was man machen kann, ist die Gefäße die man verwendet regelmäßig und gründlich zu säubern. Um das möglichst einfach zu machen empfehlen wir durchsichtige Flaschen zu verwenden. Edelstahlflaschen haben zwar auch viele Vorteile, aber einfach zu säubern sind sie meistens nicht.

 

Alte Flaschen

Es wird oft belächelt: Das Haltbarkeitsdatum auf der Wasserflasche. Das ist zugegebenermaßen ein wenig Abwegig, da Wasser, das in einem verschlossenen Container ist nicht wirklich schlecht werden kann. Nach deutschem Gesetzt muss es trotzdem draufstehen – auch wenn es eigentlich keinen großen Sinn macht.

Was aber sehr wohl Sinn machen würde, wäre ein Haltbarkeitsdatum für die Flasche in der das Wasser kommt – zumindest bei Plastikflaschen. Jedes Plastik wird durch Umwelteinflüsse angegriffen. Sonnenlicht, Hitze und auch einfach der Zahn der Zeit nagen ständig daran, und zersetzen es langsam aber sicher. Das Plastik das für moderne Getränkeflaschen verwendet wird ist nicht darauf ausgelegt für alle Ewigkeit zu halten. Nach einigen Jahren fängt es zunehmend an spröde zu werden und immer mehr Chemikalien und winzige Plastikpartikel werden in das Wasser freigesetzt. Nach dem was man momentan lesen kann besteht glücklicherweise im Normalfall dadurch kein großes Gesundheitsrisiko, aber gut ist es definitiv nicht.

Zusätzlich gibt es noch einen zweiten Weg auf dem alte Plastikflaschen den Geschmack von Wasser verändern können: Plastikflaschen sind nicht so „dicht“ wie es Glasflaschen sind. Bestimmte Gase, vor allem CO2, können mit der Zeit durch das Plastik selbst durchdringen. Damit passiert in der Flasche dann das gleiche wie oben beschrieben wenn Wasser schal wird, bzw. bei stark kohlensäurehaltigem Wasser passiert das umgekehrte.

Wie verhindert man das?
Zuerst mal sollte man keine Einwegflaschen, bzw. eigentlich Supermarktflaschen generell wiederverwenden. Sie sind darauf nicht ausgelegt und halten das nicht lange aus. Hier macht es wirklich Sinn in eine qualitativ hochwertige Flasche für Zuhause zu investieren. Damit ist man viele Jahre auf der sicheren Seite, und angenehmer herzunehmen sind sie auch noch.
Wenn man Wasser aus dem Supermarkt kauft, sollte man es unbedingt an einen kühlen, dunklen Ort aufbewahren, und selbst dann nicht über Jahre hinweg.

Fremdstoffe im Mund

Wenn das Wasser komisch schmeckt, kann das auch daran liegen, dass etwas im Mund den Geschmack beeinflusst. Ein Pfefferkorn, dass hinten zwischen den Zähnen steckt, ein Hauch vom Kaffee von vor ein paar Stunden auf der Zunge, oder irgendetwas das sich in der Backentasche verfangen hat und schon hat man einen unerwarteten Geschmack, den man einfach nicht zuordnen kann. Vielleicht hat man auch beim Chips knapper zu hart zugebissen und danke einer scharfen Ecke ein bisschen Zahnfleischbluten. Ebenfalls denkbar wäre, dass sich ein Mandelstein geformt hat, der einem „Gschmakerl“ mitgibt. Aber auch wenn man sich beim Pizza essen etwas die Zunge verbrannt hat, kann das das Trinkgefühl beeinflussen.

Was wir mit diesen ganzen Beispielen sagen wollen ist einfach: Falls im Mund irgendetwas ungewöhnliches vorgeht, kann das durchaus den Geschmack und die Wahrnehmung beim Trinken von Wasser beeinflussen.

Besonderes Augenmerk sollte auf diesen Punkt gelegt werden, wenn man eine Zahnspange, Brücke, oder alte Füllungen hat.

 

Fazit zu komisch schmeckendem Wasser

Kleiner Junge trinkt aus WasserflascheEs gibt viele potentielle Gründe, warum Wasser unerwartet, oder komisch schmecken könnte. Zusätzlich zu dem oben bereits genannten, gibt es auch Krankheiten, Nebenwirkungen von Medikamenten und sicher noch weitere potentielle Gründe, warum das Wasser anders schmecken könnte als normal.
Die Punkte auf die wir oben eingegangen sind, sollten aber die überwältigende Mehrheit der Fälle abdecken. Auf jeden Fall sollte man sich aber um das Problem kümmern. Falls Sie nicht selbst herausfinden können, was die Ursache ist, sollten sie nicht zögern einen Profi in ihrer um Rat zu fragen. Installateur, Ernährungsberater oder Arzt: Irgendwer erkennt garantiert was da lost ist. Wasser ist die Grundlage für jegliches Leben auf diesem Planeten, und auch für jeden einzelnen von uns. Daher sollte man hier wirklich keine Risiken eingehen, sondern auf Nummer sicher gehen.

Sofern man hingegen weiß, dass der Geschmack nicht durch etwas gefährliches verursacht wird, kann man sich auch Überlegen ob man mit einem „Infusor“ nicht einfach dem Wasser einen besseren Geschmack geben will. Mit Infusoren kann man Wasser einen interessanten Geschmack geben, ohne dabei zusätzliche Kalorien wie z.B. durch Saft aufzunehmen.

Letztendlich muss man sich aber vor allem einer Sache bewusst sein: Es gibt mir Sicherheit eine Lösung für den Geschmack. Entweder man stellt ihn ab, oder (falls er nicht gefährlich und nicht abstellbar ist) man überdeckt ihn.

Das wichtigste aber ist folgendes: Man kann auf jeden Fall etwas unternehmen.